Rahmenprogramm des BMBF zur Förderung der empirischen Bildungsforschung

Promotionsprojekte im Schwerpunktbereich “Kompetenzdiagnostik“ - Runde 1

Messung diagnostischer Kompetenz in der Lehramtsausbildung Mathematik

Technische Universität Darmstadt Betreuende: Prof. Dr. Regina Bruder
Fachbereich Mathematik Promovierender: Heiko Fey
Schloßgartenstr. 7 FKZ: 01GJ0856
64289 Darmstadt Betrag: 72.400 EUR
Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012

Ziele des Projektes sind die Entwicklung und eine Erprobung von Instrumenten zur Messung diagnostischer Kompetenzen von (zukünftigen) Lehrerinnen und Lehrern für Mathematik an Gymnasien und an beruflichen Schulen, um das individuelle diagnostische Wissen und Können der Studierenden und Referendare zu beschreiben und Entwicklungsfortschritte sichtbar zu machen. Gegenstand der zu messenden diagnostischen Kompetenz sollen Prozesse und Ergebnisse individuellen Kompetenzerwerbs von Lernenden im Mathematikunterricht mit den Schwerpunkten "mathematisches Basiskönnen" und "Problemlösekompetenz" sein. Zunächst wird ein Modell zur Messung diagnostischer Kompetenz bei (künftigen) Mathematiklehrkräften mit den Elementen Wissen, Handlungskompetenz und Metakompetenz entwickelt und in Form von Fragebögen und Leitfadeninterviews umgesetzt. Ein Teil der Befragungen soll als Online-Befragung entwickelt und erprobt werden. Alle entwickelten Instrumente sollen zur Erfassung diagnostischer Kompetenz von Lehramtsstudierenden zu Beginn und am Ende des Studiums sowie von Referendaren zu Beginn und am Ende des Referendariats dienen. Hierdurch entsteht ein Querschnitt, aber auch ein Längsschnitt um Entwicklungen beobachten zu können. Die Kompetenzmessungen sollen an der TU Darmstadt mit den Studienanfängern im gymnasialen und beruflichen Lehramt für Mathematik und mit Referendaren der Studienseminare im Umfeld von Darmstadt durchgeführt werden. Die Befragungsergebnisse sollen in das Kompetenzportfolio der Lehramtsstudierenden aufgenommen werden und tragen zur Selbsteinschätzung der Studierenden und der Referendare bei. Die erzielten Messergebnisse dienen als Grundlage für Maßnahmen zur gezielten Förderung von Diagnosekompetenzen in der Lehreraus- und -fortbildung und bieten darüber hinaus die Möglichkeit, künftig Effekte entsprechender Lehreraus- und -fortbildung zu beschreiben. Die erzielten Ergebnisse werden auf einschlägigen nationalen und internationalen Tagungen kommuniziert.

Zur differenzierten Erfassung kognitiver Aspekte berufsbezogener Problemlösekompetenz - Eine qualitativ-empirische Untersuchung zur Analyse und Konstruktion von Situationsaufgaben

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen Betreuender: Prof. Dr. Gerhard Minnameier
Fakultät 7 - Philosophische Fakultät Promovierende: Sarah Berg
Institut für Erziehungswissenschaft FKZ: 01GJ0857
Eilfschornsteinstr. 7 Betrag: 89.916 EUR
52062 Aachen Laufzeit: 01.04.2009 - 31.03.2012

Das vorliegende Projekt dient der differenzierten Erfassung kognitiver Aspekte berufsbezogener Problemlösekompetenz. Zunächst ist die Bestimmung der Prozesse intendiert, die berufbezogenes Problemlösen konstituieren, bevor im Weiteren Möglichkeiten der Messbarkeit dieser mithilfe von Situationsaufgaben in den Blick genommen werden. Ausgehend von einer differenzierten Deskription der kognitiven Prozesse, welche beim wissensbasierten berufsbezogenen Problemlösen zum Tragen kommen, sollen prüfbare Indikatoren im Sinne einer deduktiven Konstruktionsstrategie sensu Hartig & Jude abgeleitet werden. Die theoriebasiert gewonnenen Ordnungsgesichtspunkte werden in ein Kategoriensystem überführt, mit dessen Hilfe eine systematische empirisch-qualitative Analyse von Situationsaufgaben und der zu deren erfolgreichen Bearbeitung ablaufenden Problemlöseprozesse möglich wird. Bevor die Kategorien zur Anwendung gelangen, wird eine Analyse der beim Lösen von Situationsaufgaben ablaufenden Denkprozeduren angestrebt, um mithilfe der introspektiv gewonnenen Aussagen der "Problemlöser" die deduktiv gewonnenen Kategorien zu validieren. Auf der Grundlage der abgeleiteten Kategorien werden ein Kodierschema und -leitfaden entwickelt, mit dessen Hilfe eine qualitative Inhaltsanalyse von Situationsaufgaben aus IHK-Abschlussprüfungen von ca. 12 verschiedenen kaufmännischen Berufen durchgeführt wird. Abschließend werden die Befunde konstruktiv durch die systematische Modifizierung von Situationsaufgaben auf Basis des entwickelten Problemlösemodells gewendet. Empirische Evidenzen legen nahe, dass Situationsaufgaben ihrem diagnostischen Anspruch nicht gerecht werden ("unechte" Situationsaufgaben sensu Reetz). Insofern strebt das vorliegende Projekt an, einen Beitrag zur Steigerung der prognostischen sowie der Konstruktvalidität von Situationsaufgaben zur Abbildung berufsbezogener Problemlösekompetenz zu leisten.