Promotionsprojekte im Schwerpunktbereich “Empirische Fundierung der Fachdidaktiken“ - Runde 1
Diagnose und Förderung der Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern beim intermodalen Transfer zwischen verschiedenen Darstellungen von Zahlen und Operationen
| Technische Universität Dortmund | Betreuender: Prof. Dr. Christoph Selter |
| Fakultät für Mathematik | Promovierende: Katharina Kuhnke |
Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts |
FKZ: 01GJ0861 |
| Vogelpothsweg 87 | Betrag: 132.320 EUR |
| 44227 Dortmund | Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012 |
Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen erstens Aufgabenstellungen entwickelt und in Unterrichtsexperimenten evaluiert werden, die die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zum intermodalen Transfer zwischen verschiedenen Darstellungen von Zahlen und Operationen fördern (Lernaufgaben). Zweitens sollen Aufgabenstellungen entwickelt und evaluiert werden, mit deren Hilfe man die diesbezüglichen Defizite und Kompetenzen feststellen kann (Diagnoseaufgaben). Die Datenerhebung erfolgt in der Experimentalgruppe (2 Klassen), in der Übersetzungen von bildlichen Darstellungen einerseits und Handlungen/Rechengeschichten/Zahlensätzen andererseits in besonderer Weise durch verschiedene Aufgabenstellungen und methodische Maßnahmen angeregt werden. In der Kontrollgruppe (2 Klassen) werden keine spezifischen unterrichtlichen Interventionen zur Entwicklung der Übersetzungskompetenz zwischen verschiedenen Darstellungen durchgeführt. Datengrundlage sind Tests, Interviews sowie Unterrichtsdokumentationen. Dem Paradigma der fachdidaktischen Entwicklungsforschung folgend soll Diagnose- und Fördermaterial entwickelt und erprobt werden, das im Unterrichtsalltag einsetzbar ist.
Kompetenzstruktur und -niveaus von Methoden naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung
| Justus-Liebig-Universität Gießen | Betreuender: Prof. Dr. Jürgen Mayer |
| FB 08 - Biologie und Chemie | Promovierende: Nicole Wellnitz |
| Fachgebiet Biologie | FKZ: 01GJ0862 |
Institut für Biologiedidaktik |
Betrag: 126.887 EUR |
| Karl-Glöckner-Str. 21C | Laufzeit: 01.01.2009 - 31.12.2011 |
| 35394 Gießen |
Als eine Reaktion auf die Befunde internationaler Schulleistungsstudien hat die Kultusministerkonferenz Bildungsstandards als normative Vorgaben formuliert. Naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung stellt einen wesentlichen Teil dieser Bildungsstandards im Fach Biologie für die Sekundarstufe I dar. Ziel des Forschungsprojektes ist die empirische Fundierung "Naturwissenschaftlicher Untersuchungen" innerhalb der Bildungsstandards Erkenntnisgewinnung. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit sich verschiedene Untersuchungsmethoden wie Beobachten, Vergleichen und Experimentieren in einem Kompetenzstrukturmodell zum wissenschaftlichen Denken als Subkompetenzen abbilden lassen. Dazu werden die Methoden hinsichtlich ihrer spezifisch hypothetisch-deduktiven Erkenntnislogik modelliert und in das Kompetenzmodell zur "Evaluation der Standards in den Naturwissenschaften für die Sekundarstufe I (ESNaS)" integriert. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren (2009-2011) angelegt. Zur Beschreibung und Analyse von Struktur und Niveaus wissenschaftsmethodischer Kompetenzen werden Testaufgaben zu den Phasen wissenschaftlicher Untersuchungen entwickelt (Fragestellung/Hypothese/Untersuchungsplanung/Dateninterpretation) und hinsichtlich verschiedener Untersuchungsmethoden ausdifferenziert. 2009 werden erste Aufgaben in einer Vorstudie und die überarbeiteten Aufgaben in einer bundesweiten repräsentativen Stichprobe mit ca. 3000 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 und 10 eingesetzt. Die Datenerhebung erfolgt im Rahmen des Kooperationsprojektes "Evaluation der Standards in den Naturwissenschaften für die Sekundarstufe I". Für die bildungspolitische Steuerung sowie für die wissenschaftlich fundierte Unterrichtsentwicklung werden Modelle und Instrumente zur Kompetenzmessung benötigt. Die Ergebnisse des Projektes sollen einen Beitrag zur Optimierung von Lernprozessen im naturwissenschaftlichen Unterricht leisten.
Kooperation von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen zur Umsetzung der lernfeldorientierten Lehrpläne
| Leibniz Universität Hannover | Betreuender: Prof. Dr. Ralf Tenberg |
| Philosophische Fakultät | Promovierende: Anne Koschmann |
Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung |
FKZ: 01GJ0858 |
| Schloßwender Str. 1 | Betrag: 86.586 EUR |
| 30159 Hannover | Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012 |
Die Arbeit befasst sich mit der Meso-Ebene didaktischen Handelns von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen: Untersucht werden Lehrkräfte, die die Entwicklung eines schuleigenen Curriculums und die übergreifende didaktische Jahresplanung basierend auf lernfeldorientierten Lehrplänen in kollegialer Teamarbeit vornehmen. Ziel ist, 1. Rahmenbedingungen, Strukturen, Prozesse und Ergebnisse, 2. diesbez. Zusammenhänge und 3. Unterschiede verschiedener lernfeldbezogener Kooperationen aufzudecken und zu analysieren. Anhand theoriebasierter Kriterien sollen Prozess- und Ergebnisvariablen beurteilt werden, um Hinweise auf Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren bei der kooperativen Lernfeldumsetzung zu erhalten. Einbezogen werden 10 Lehrergruppen verschiedener Berufsfelder an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen. Die Untersuchung umfasst pro Gruppe folgende qualitative Erhebungsverfahren: I) Experteninterviews zu den Rahmenbedingungen der Kooperation, a.) mit einem Schulleitungsmitglied, b.) mit einem Gruppenmitglied; II) moderierte Gruppendiskussion; III) Fragebogen zu sozio-demografischen und berufsbiografischen Merkmalen aller Beteiligten; IV) fokussiertes Interview mit einer Lehrkraft zur individuellen Lehrplanumsetzung; V) Materialanalyse u.a. der von der Gruppe entwickelten Materialien. Die Auswertung der Daten erfolgt mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse anhand deduktiv und induktiv entwickelter Kategorien sowohl vertikal als auch horizontal. Diese Arbeit soll 1. den bisher defizitären Forschungsstand im wissenschaftlichen Bezugsfeld aufgreifen und erweitern. Zudem trägt sie mit dem reflektierten Einsatz empirischer Forschungsmethoden zu deren Weiterentwicklung bei. 2. bilden die Untersuchungsergebnisse im Schnittpunkt von Lehrerkooperation/Lernfeldumsetzung die Grundlage für Diagnose-, Evaluations- und Trainingskonzepte in beiden Bereichen und damit Optionen für diesbez. Personal- und Schulentwicklungsmaßnahmen bzw. für eine adäquate Lehreraus- und -weiterbildung.
Relevanz und Realisierbarkeit als Merkmale guter Bildungsstandards für das Abitur. Eine qualitativ-empirische Untersuchung
| Friedrich-Schiller-Universität Jena | Betreuende: Prof. Dr. Juliane Köster |
| Philosophische Fakultät | Promovierender: Michael Steinmetz |
Institut für Germanistische Literaturwissenschaft |
FKZ: 01GJ0860 |
| Fürstengraben 18 | Betrag: 74.713 EUR |
| 07743 Jena | Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012 |
Vor dem Hintergrund der - in allen Bundesländern verbindlichen - Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss (BS für den MSA, 10 Jg.) und der Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) Deutsch sollen 120 Leistungskurs-Arbeiten aus dem ersten Zentralabitur Deutsch (2007) eines großen Bundeslandes, die einer geschichteten landesweiten Stichprobe entstammen, reanalysiert werden. Ziel dieses Unternehmens ist es, 1. herauszufinden, ob und in welcher Ausprägung die in den BS für den MSA geforderten Kompetenzen im Bereich "Lesen – Umgang mit Texten und Medien" zum Ausweis kommen und 2. inwieweit darüber hinaus die in den EPA genannten Anforderungen (Aufgabenart "Untersuchendes Erschließen literarischer Texte: Textinterpretation") erfüllt werden. Die erbrachten Prüfungsleistungen sollen einen empirisch fundierten Maßstab bereit stellen, der bei der (Weiter-)Entwicklung von Standards für das Abitur im Bereich der untersuchenden Texterschließung, wie sie am IQB erarbeitet werden sollen, hilfreich ist. Die transkribierten Prüfungsarbeiten sollen mittels elektronischer Datenerhebung, -analyse und -auswertung (qualitative Inhaltsanalyse) im Spannungsfeld von BS und den EPA deutschdidaktisch erhellt und für die Standardisierung von Mindestanforderungen fruchtbar gemacht werden. Das Promotionsprojekt dient der Normierung von Deutsch-Standards mittels empirischer Daten und zielt somit in abstracto auf Qualitätssicherung des Deutschunterrichts. Es nutzt in concreto a) der Bildungsadministration in den Ländern bei der (Weiter-)Entwicklung von Aufgaben für die Abiturprüfung Deutsch und b) dem IQB bei der Standardisierung spezifischer Dimensionen und Operationen des Leseverstehens für die Abiturstufe.
Schülervorstellungen zur Pflanzenernährung in der Lehrerbildung
| Pädagogische Hochschule Ludwigsburg | Betreuender: Prof. Dr. Marcus Schrenk |
| Institut für Naturwissenschaft und Technik | Promovierende: Bettina Walter |
Abt. Biologie |
FKZ: 01GJ0863 |
| Reuteallee 46 | Betrag: 97.699 EUR |
| 71634 Ludwigsburg | Laufzeit: 01.04.2009 - 31.03.2012 |
Im Rahmen der Untersuchung soll folgenden Fragen nachgegangen werden: 1. Welche Vorstellungen haben Studentinnen und Studenten zu Beginn ihres Lehramtsstudiums bezüglich dem Themenfeld Stoffwechsel von Pflanzen? 2. Wird ein Wechsel zu wissenschaftlicheren und tragfähigeren Konzepten am besten mit dem Lehrangebot einer Lernumgebung mit moderat-konstruktivistischen Merkmalen erreicht? 3. Welche Auswirkungen haben die beiden unterschiedlichen Lehrangebote auf nichtleistungsbezogene Zielkriterien? 4. Ist die unmittelbare Experimentiererfahrung hilfreich beim Aufbau adäquater Vorstellungen bezüglich des Themenfeldes Stoffwechsel von Pflanzen? Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Seminareinheit zum Stoffwechsel von Pflanzen. Diese sollen reich an konkreten Experimentiererfahrungen sein. Sie soll in zwei mal drei Seminargruppen erprobt werden (N=60 und V= 60). In drei Gruppen findet ein experimentierreicher und instruktionsarmer Unterricht statt. In den anderen drei Gruppen findet ebenfalls ein experimentierreicher und instruktionsreicher Unterricht statt. Vor der Intervention werden die Konzepte der Studierenden erhoben. Auch nichtleistungsbezogene Kriterien spielen eine wichtige Rolle. Die Auswertung erfolgt sowohl qualitativ wie auch quantitativ. Da mit dieser Untersuchung bereichsspezifisch "Neuland betreten" wird, geht es im Rahmen dieses Forschungsprojekts darum, zu klären ob das Thema nach den erläuterten Kriterien, besonders unter Einsatz zahlreicher Experimente, erfolgreich unterrichtet werden kann und als Basisbaustein in die zeitgemäße Biologielehrerbildung eingebunden werden kann.
Schwache Rechnerinnen und Rechner fördern. Eine Interventionsstudie zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit schwachen Mathematikleistungen an Haupt- und Förderschulen
| Technische Universität Dortmund | Betreuende: Prof. Dr. Elisabeth Moser-Opitz |
Fakultät Rehabilitationswissenschaften |
Promovierende: Okka Freesemann |
| Emil-Figge-Str. 50 | FKZ: 01GJ0859 |
| 44227 Dortmund | Betrag: 101.672 EUR |
| Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012 | |
Untersuchungen zeigen, dass rechenschwache Kinder auch in der Sekundarstufe I spezifische Kenntnisse der Grundschulmathematik (sog. "Basisstoff") nicht oder nur teilweise erworben haben. Diese Lücken verhindern ein erfolgreiches Weiterlernen und können sich negativ auf spätere berufliche Chancen auswirken. Ziel des Projektes ist es, mittels einer Interventionsstudie im 5. Schuljahr zu prüfen, ob die fehlenden Kenntnisse aufgearbeitet werden können, ob eine solche Förderung zu einer generellen Verbesserung der Mathematikleistung führt und ob die Form der Förderung die Leistungsfortschritte beeinflusst. Die Ergebnisse sollen zu Folgerungen für den Mathematikunterricht der Primarstufe und für die Förderung von rechenschwachen Kindern der Sekundarstufe I führen. Die Studie wird mit einer Stichprobe von N = ca. 120 Kinder an Haupt-, Gesamt- und Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen durchgeführt. Es werden drei Gruppen gebildet und hinsichtlich der Merkmale Geschlecht, Mathematikleistung (erhoben durch einen eigens konstruierten Test), IQ (CFT 20-R) und Alter parallelisiert: Gruppe 1: Kleingruppenförderung, Gruppe 2: Förderung im Rahmen eines individualisierten Klassenunterrichts, Gruppe 3: Kontrollgruppe, keine spezifische Intervention. Nach der Bildung der Stichprobe erhalten die Gruppen 1 und 2 über ca. drei Monate eine Förderung, in der am "Basisstoff" (z.B.: Dezimalsystem, Zählkompetenzen, Grundoperationen) gearbeitet wird. Anschließend folgt eine erste Leistungsüberprüfung, eine zweite Messung drei Monate später. Die Effektivität der Förderung wird inferenzstatistisch getestet. Auf Grundlage der Projektergebnisse ist folgender Erkenntnisgewinn zu erwarten: a) Ausarbeitung und Bereitstellung von Fördereinheiten für schwache Rechnerinnen und Rechner in der Sekundarstufe I; b) Erkenntnisse, welche Lerninhalte im Primarbereich besonders berücksichtigt werden müssen; c) Didaktische Hinweise für eine erfolgreiche Vermittlung zentraler mathematischer Lerninhalte.
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Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts