Rahmenprogramm des BMBF zur Förderung der empirischen Bildungsforschung

Promotionsprojekte im Schwerpunktbereich “Bildungsforschung auf der Grundlage von Daten der amtlichen Statistik sowie Prozess- und Paneldaten unterschiedlicher Provenienz (einschließlich der Indikatorenforschung)“ - Runde 2

Betreuungsbiographien von Kindern im Vorschulalter. Eine Analyse des Sozioökonomischen Panels

Universität Potsdam Betreuende: Prof. Dr. Agi Schründer-Lenzen
Humanwissenschaftliche Fakultät Promovierende: Franziska Wilke
Bildungswissenschaften FKZ: 01JG0912
Allgemeine Grundschulpädagogik und -didaktik Betrag: 83.815 EUR
Karl-Liebknecht-Str. 24-25 Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012
14476 Potsdam, OT Golm

Ausgehend vom theoretischen Modell Bronfenbrenners (1981), der die Entwicklung von Kindern in den Kontext von ineinander greifenden Umweltsystemen stellt und den verschiedenen Systemebenen entwicklungsfördernden bzw. -hemmenden Einfluss unterstellt, zielt das Dissertationsvorhaben darauf ab, einen Zusammenhang zwischen der kindlichen Entwicklung im Alter von null bis sechs Jahren und dessen Betreuungsbiographie unter Berücksichtigung der sozialen Herkunftsmerkmale abzubilden. Weiterhin wird untersucht, inwiefern kompensatorische Effekte der institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen bezüglich der Entwicklungsdifferenzen der Kinder nachzuweisen sind, die sich möglicherweise - bezogen auf die soziale Positionierung der Familie - heterogen darstellen. Die Datengrundlage bildet das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bereitgestellte Sozio-oekonomische Panel (SOEP).

Bildungsdisparitäten nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund. Eine regionale und schulformspezifische Analyse allgemein bildender Schulen in den deutschen Bundesländern

Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) Betreuender: Prof. Dr. Horst Weishaupt
Schloßstr. 29 Promovierender: Thomas Kemper
60486 Frankfurt am Main FKZ: 01JG0917
Betrag: 121.314 EUR
Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012

Bildungsdisparitäten, die bislang durch unzureichende Differenzierungen nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund verdeckt sind, analysiert das Projekt auf Grundlage von Daten der amtlichen Statistik. Entwicklungen zur Bildungsbeteiligung nach Staatsangehörigkeit werden für die Bundesländer im Längsschnitt aufgezeigt. Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht und die hieraus resultierenden statistischen Auswirkungen auf die Aussagefähigkeit des Merkmals Staatsangehörigkeit werden im Vergleich zum Migrationshintergrund von Schülern untersucht. In diesem Zusammenhang wird die Schülerstruktur an Grundschulen je einmal nach Staatsangehörigkeit und nach Migrationshintergrund der Schüler mittels multivariater Analysemethoden typisiert und die Ergebnisse miteinander verglichen. Weiter wird der Einfluss der Region auf Bildungschancen schulformspezifisch analysiert und kartografisch dargestellt. Regionale institutionelle Diskriminierungen, die sich spezifisch nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund auswirken können, werden herausgearbeitet und segregierte Schulmilieus identifiziert. Um Ungleichheiten hinsichtlich des Schulerfolgs analysieren zu können, werden die Schulabgängerquoten nach Schulform, Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund berechnet. Das Projekt wird durch die differenzierte Analyse von Schülern nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund einen Beitrag zur Ergänzung der Bildungsberichterstattung in Deutschland leisten.

Bildungsexpansion, berufsstruktureller Wandel und Arbeitsmarkterträge tertärer Bildung. Eine empirische Analyse der Berufschancen von Hochschulabsolventen im Zeitverlauf

Universität Mannheim Betreuender: Prof. Dr. Walter Müller
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) Promovierender: Markus Klein
A5,6 FKZ: 01JG0926
68159 Mannheim Betrag: 97.660 EUR
Laufzeit: 01.01.2010 - 31.12.2012

Das Promotionsprojekt widmet sich vor dem Hintergrund von Bildungsexpansion und berufsstrukturellem Wandel der Frage, inwiefern sich diese Entwicklungen im Zusammenspiel auf die beruflichen Erträge im Zeitverlauf ausgewirkt haben. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Analyse neuerer durch steigende Qualifikationsanforderungen geschaffene Berufsfelder bzw. Berufe von Hochschulabsolventen gelegt. Im Gegensatz zum bisherigen Forschungsstand soll die Dissertation auf Basis der langen Mikrozensus-Reihen sowohl die langfristige Entwicklung über mehrere Jahrzehnte als auch den Wandel in der jüngsten Zeit analysieren. Die erste Projektphase widmet sich der Erstellung einer Datenbasis, der Zusammenstellung der relevanten Literatur sowie der ausführlichen Recherche zu den Entwicklungen sowohl im Hochschulsystem als auch in Berufsstruktur und Arbeitsmarkt. Die zentralen Analysen widmen sich dann sowohl der Betrachtung absoluter als auch relativer beruflicher Erträge (soziale Klasse, beruflicher Status, Arbeitslosigkeit) im Zeitverlauf. Daran anschließend, sollen sich vertiefende Analysen mit Geschlechterunterschieden und Unterschieden zwischen Abschlüssen im Rahmen einer Tertiärbildung in der Entwicklung beruflicher Erträge beschäftigen. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen klären, ob sich im Zeitverlauf eine Entwertung tertiärer Bildungsabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt ergeben hat. Unter Kontrolle makrostruktureller Veränderungen soll zudem ein möglicher Wandel im Grad der Kopplung von Bildungs- und Beschäftigungssystem bestimmt werden. Die gewonnen Erkenntnisse sollen einerseits wesentliche Forschungslücken für Deutschland schließen, andererseits direkte Implikationen für die politische Bildungsplanung im Hinblick auf zukünftigen Bildungsbedarf und Bildungsnachfrage geben.

Einrichtungstypen bei Volkshochschulen - Der Weg zu einem Modell der Systematisierung und Strukturierung von Weiterbildungseinrichtungen

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung e.V. Betreuender: Prof. Dr. Ekkehard Nuissl von Rein
Friedrich-Ebert-Allee 38 Promovierende: Meike Weiland
53113 Bonn FKZ: 01JG0929
Betrag: 108.780 EUR
Laufzeit: 01.11.2009 - 31.10.2012

Das Promotionsprojekt dient der Identifikation von Einrichtungstypen bei Volkshochschulen (VHS) auf der Basis der VHS-Statistik. Es soll eine seit langem beklagte Lücke im Bereich der Systematisierung und Strukturierung von Weiterbildungseinrichtungen schließen. Die VHS stellen sehr unterschiedliche Einrichtungen dar. Die Strategien, mit denen sie auf veränderte Bedingungen reagieren, können bisher nicht systematisiert werden. Für die Bildungspolitik und die Wissenschaft fehlen Möglichkeiten zu ihrer strukturierten Erfassung. Allgemeine Aussagen täuschen über die Vielfalt hinweg und können nicht auf Einrichtungstypiken und spezielle Voraussetzungen zurückgeführt werden. Die Entwicklung von Einrichtungstypen bei den VHS wird als zukunftsweisende, differenzierte Informationsgrundlage für Wissenschaft, Politik und Praxis verstanden, so dass Forschungsfragen präziser gestellt und beantwortet, Wirkungen politischer Maßnahmen genauer abgeschätzt und die VHS sich mit ihrer eigenen Arbeit im Vergleich zu anderen systematisch einordnen können. Auf der Basis der theoretischen Aufarbeitung des Forschungsstandes zu Ordnungsgrundsätzen für VHS und Benchmarking erfolgt eine multivariate Sekundäranalyse u.a. der VHS-Statistik mit dem Ziel der Kategorienbildung. Qualitative Experteninterviews dienen zur Überprüfung und Ergänzung, danach werden Einrichtungstypen formuliert. Eine SWOT-Analyse führt zur Einschätzung der Übertragbarkeit des Ansatzes auf weitere Einrichtungen in Deutschland wie im Ausland.

Familiale Bedingungen des Schulerfolgs bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Analysen auf der Basis von Jugend- und Haushaltsdaten des Sozioökonomischen Panels

Georg-August-Universität Göttingen Betreuende: Jun.-Prof. Dr. Nicolle Pfaff
Sozialwissenschaftliche Fakultät Promovierende: Elisabeth Richter
Pädagogisches Seminar FKZ: 01JG0911
Baurat-Gerber-Str. 4-6 Betrag: 88.671 EUR
37073 Göttingen Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012

Das Promotionsvorhaben untersucht den Einfluss familialer Bedingungen auf den Schulerfolg bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dabei geht es insbesondere um das Zusammenwirken der folgenden Einflussbedingungen: bildungsbezogene Einstellungen in der Herkunftsfamilie, Familienform, schulbezogene Unterstützungsleistungen und wohnräumliche Ressourcen. Die Grundlage für die Analysen bilden die Daten des Sozioökonomischen Panels aus den Jahren 2000-2008. Die Daten sollen in drei Auswertungsschritten analysiert werden. In der ersten Phase werden die Daten in relevanten Merkmalsbereichen für unterschiedliche Migrantengruppen deskriptiv analysiert. Die zweite Auswertungsphase prüft die Differenzierungskraft der konstruierten Merkmalsgruppen und Einzelaspekte auf den Schulerfolg der Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dazu soll als abhängige Variable eine überschaubare Anzahl von Leistungsgruppen unterschieden werden, auf deren Basis die bivariaten Zusammenhänge untersucht werden. Schließlich werden die aufgedeckten Zusammenhänge zwischen Schulerfolg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und den identifizierten familialen Merkmalen des Aufwachsens und Lernens bedingungsanalytisch geprüft. Dabei ist davon auszugehen, dass sich die Einflussbedingungen familialer Merkmale nach Zuwanderungsgruppe unterscheiden, weshalb für diese getrennte Modelle gerechnet werden sollen.

Fiskalische Bildungsrenditen und staatliche Bildungsfinanzierung - eine empirische Analyse für Deutschland

Freie Universität Berlin Betreuender: Prof. Dr. Viktor Steiner
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft Promovierende: Natasha Volodina
Volkswirtschaftslehre FKZ: 01JG0903
Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte Betrag: 81.534 EUR
Boltzmannstr. 5 Laufzeit: 01.10.2009 - 31.03.2012
14195 Berlin

Das zentrale Forschungsziel des geplanten Vorhabens ist die empirische Bestimmung fiskalischer Bildungsrenditen über den Lebenszyklus für die Bundesrepublik Deutschland. Die geschätzten Bildungsrenditen basieren auf dem von de la Fuente und Jimeno (2005) entwickelten theoretischen Ansatz und mikroökonometrischen Schätzungen zu individuellen Bildungsentscheidungen, Lohnprofilen und Beschäftigungswahrscheinlichkeiten über den Lebenszyklus. Durchgeführt wird die Studie auf der Basis des Sozioökonomischen Panel (SOEP) des DIW Berlin. Dabei sollen wichtige institutionelle Besonderheiten des deutschen Bildungssystems Berücksichtigung finden. Darauf aufbauend werden Alternativen der staatlichen Bildungsfinanzierung als Basis für eine evidenz-basierte Bildungspolitik analysiert. Die Umsetzung erfolgt in folgenden Schritten: 1.) Erweiterung des theoretischen Modells um Besonderheiten des deutschen Bildungs- und Sozialsystems und Aktualisierung einzelner Modellparameter anhand von Daten der amtlichen bzw. halbamtlichen Statistik; 2.) Ökonometrische Schätzung zentraler Modellparameter und Bildungseffekte auf Erwerbsbiographien mit dem SOEP; 3.) Entwicklung und Schätzung eines mikroökonometrischen Modells der Bildungsentscheidung; 4.) Mikrosimulation der Einkommensteuer, Sozialbeiträge und staatlicher Transfers; 5.) Erweiterung des Modells um Alternativen der Bildungsfinanzierung, Implementation in das STSM, Simulation fiskalischer Bildungsrenditen.

Konstruktion von Belastungsindizes für Schulen auf Grundlage amtlicher Daten

Bergische Universität Wuppertal Betreuender: Prof. Dr. Gerhard Arminger
Fachbereich B - Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Promovierende: Anna Makles
Gaußstr. 20 FKZ: 01JG0927
42119 Wuppertal Betrag: 110.834 EUR
Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012

Dieses Vorhaben zielt auf die Konstruktion von schulbezogenen Belastungsindizes für das Bundesland Hessen ab. Dazu sollen amtliche Daten, sowohl Daten der amtlichen Schulstatistik als auch kleinräumige Sozialrauminformationen, verwendet werden, um für allgemeinbildende Schulen der Primar- und Sekundarstufe Indikatoren zu bestimmen, die die soziale Belastung der einzelnen Schulen messen und abbilden können. Dieses Vorhaben soll aufbauend auf den Erfahrungen bisheriger Projekte und Untersuchungen die Vielfalt, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit amtlicher Daten nutzen und überprüfen, ob die bereits für zwei Regionen in Nordrhein-Westfalen erzielten Ergebnisse verallgemeinerbar und übertragbar sind. Im ersten Schritt werden die Sozialrauminformationen und die amtliche Schulstatistik zu einem konsistenten Datensatz verknüpft und aufbereitet. Der zweite Schritt besteht darin, auf Basis bisheriger Forschungsergebnisse und Erfahrungen unterschiedliche methodische Möglichkeiten zur Konstruktion schulbezogener Indizes aufzuzeigen und zu vergleichen, damit aussagekräftige Indizes konstruiert werden können. Im letzten Schritt werden diese evaluiert und es wird untersucht, in wie weit solche Indizes zur Steuerung im Bildungswesen verwendet werden können. Hierbei werden beispielsweise die Möglichkeiten und Grenzen der Verwendung für faire Vergleiche und differenzierende Mittelzuweisungen ausgearbeitet.

Reformen des Hochschulsystems - Empirische Analysen mit der Hochschulstatistik

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
(ZEW) Mannheim
Betreuende: Dr. Maresa Sprietsma
L 7, 1 Promovierende: Julia Horstschräer
68161 Mannheim FKZ: 01JG0914
Betrag: 137.554 EUR
Laufzeit: 01.01.2010 - 31.12.2012

Das deutsche Hochschulsystem ist gegenwärtig vielfältigen Reformen unterworfen. Eine bildungsökonomische Untersuchung kann die Wirkungen dieser Reformen beleuchten. In diesem Vorhaben werden daher zunächst die Einführung der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse sowie die Veränderungen im Bereich der Studiengebühren untersucht. Eine zweite Studie bezieht sich auf die Liberalisierung der Studienplatzvergabe in den Rechtswissenschaften. Es soll untersucht werden, inwiefern die dezentrale Vergabe die Matchqualität von Studenten und Universitäten im Vergleich zur zentralen Vergabe verändert. Die dritte Forschungsfrage untersucht, wie sich die medienwirksamen Auszeichnungen von "Eliteuniversitäten" sowie Hochschulrankings auf die Wahl der Universität auswirken. Die neuerdings zur Verfügung stehenden amtlichen Daten der Hochschulstatistik ermöglichen detaillierte Analysen zu diesen Themen. Das vorgeschlagene Forschungsprogramm zeichnet sich zusätzlich durch die bildungsökonomische Herangehensweise aus. Die angewandten empirischen Methoden entsprechen dem Ansatz der Wirkungsanalysen, wie sie in der Bildungsökonomie wissenschaftlicher Standard sind. Die Wirkungsanalyse verfolgt vor allem das Ziel den kausalen Effekt, beispielsweise einer Politikmaßnahme, auf eine bestimmte Zielgröße zu messen. Ziel der bildungsökonomischen Untersuchung ist somit weniger eine allumfassende Beschreibung aller Aspekte, als vielmehr die Konzentration auf eine bestimmte Politikevaluation.

Veränderungen in familialen Ressourcen und ihre Wirkung auf kognitive und nicht-kognitive Fähigkeiten im frühen Kindesalter und Jugendalter: Eine Analyse auf der Basis von Paneldaten

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin) Betreuende: Prof. Dr. C. Katharina Spiess
Abt. Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) Promovierende: Frauke Peter
Mohrenstr. 58 FKZ: 01JG0910
10117 Berlin Betrag: 80.634 EUR
Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012

In dem Promotionsvorhaben werden kognitive und nicht-kognitive Fähigkeiten sowie weitere "Bildungsergebnisse" von Kindern und Jugendlichen untersucht. Das bildungsökonomisch fundierte Vorhaben beabsichtigt - auf der Basis repräsentativer Umfragedaten - die Einflüsse unterschiedlicher familialer Ressourcen und anderer Umweltfaktoren auf diese Fähigkeiten zu verschiedenen Zeitpunkten im Lebensverlauf zu analysieren. Ein Schwerpunkt des Forschungsvorhabens wird auf Veränderungen in diesen Ressourcen gelegt. Drei zentrale Faktoren bzw. deren Veränderungen stehen im Vordergrund: (1) die familialen Strukturen, (2) die finanziellen Ressourcen des Haushalts und (3) die Nachbarschaftsqualität. Im Forschungsvorhaben werden die familialen Strukturen über die Form des elterlichen und geschwisterlichen Zusammenlebens und ihre Veränderungen operationalisiert. Die Analyse der finanziellen Ressourcen erfolgt über das Haushaltseinkommen und die Erwerbsbiographie der Eltern (z.B. über Phasen der Arbeitslosigkeit, der Nichterwerbstätigkeit, reduzierter sowie voller Erwerbstätigkeit). Die Nachbarschaftsqualität wird über Milieustrukturen und deren Änderung erfasst. Mit Hilfe spezieller Daten und neuartiger Messinstrumente des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) sollen multiple Wechsel familialer Ressourcen identifiziert und analysiert werden. Das Projekt verspricht neue Erkenntnisse, die sowohl für die Bildungsforschung als auch für die Bildungspolitik von hoher Relevanz sind.

Weiterbildung von älteren Arbeitnehmern – Eine Lösung für die alternde Gesellschaft?

Freie Universität Berlin Betreuender: Prof. Dr. Harm Kuper
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie Promovierende: Hila Avidan
Erziehungswissenschaft FKZ: 01JG0916
Weiterbildung und Bildungsmanagement Betrag: 105.760 EUR
Arnimallee 12 Laufzeit: 01.11.2009 - 31.10.2012
14195 Berlin

Der demographische Wandel und die Alterung des Arbeitskräftepotentials haben Auswirkungen auf die Muster des Übertritts in den Ruhestand, die Weiterbildung und den Verlust beruflicher Qualifikationen. In diesem Zusammenhang ist die Erhöhung der Lebensarbeitzeit ein vieldiskutiertes Thema, das wachsendes Interesse an der Weiterbildung älterer Erwerbspersonen nach sich zieht. Das Projekt beabsichtigt die Effekte beruflicher Weiterbildung und Weiterbildungsförderung auf den Verbleib älterer Arbeitnehmer in der Erwerbstätigkeit zu erforschen. Im Besonderen sollen sozioökonomische und qualifikatorische Eigenschaften älterer Erwerbstätiger identifiziert werden und es wird analysiert, inwiefern die Beteiligung an Weiterbildung die Entscheidungen über den Zeitpunkt des Übertritts in den Ruhestand beeinflusst. Das Projekt gründet auf der humankapitaltheoretischen Annahme, dass eine altersbedingte Abwertung des Humankapitals Frühverrentungen erklären kann. Für die empirische Analyse werden Daten des Sozioökonomischen Panel (SOEP) genutzt, das längsschnittliche Angaben zu Erwerbsverläufen aus einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe enthält. Die Zielpopulation der Studie sind Personen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren, von denen Angaben aus mehreren Erhebungswellen des SOEP vorliegen. Die Datenanalyse erfolgt anhand von multivariaten Regressionsmodellen und quasiexperimentellen Vergleichen von Subpopulationen derjenigen, die an Weiterbildung teilnehmen vs. nicht teilnehmen.