Promotionsprojekte im Schwerpunktbereich “Empirische Fundierung der Fachdidaktiken“ - Runde 2
Ablösung vom zählenden Rechnen - Eine Interventionsstudie für die Grund- und Förderschule
| Technische Universität Dortmund | Betreuende: Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz |
| Fakultät Rehabilitationswissenschaften | Promovierende: Claudia Wittich |
Differenzielle Didaktik bei Lern- und Entwicklungsstörungen |
FKZ: 01JG0924 |
| Emil-Figge-Str. 50 | Betrag: 107.165 EUR |
| 44227 Dortmund | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012 |
Ein zentrales Merkmal mathematischer Lernschwierigkeiten, das sich in vielen internationalen Studien bestätigt hat, ist das verfestigte Verwenden von Abzählstrategien bei der Bearbeitung von Rechenaufgaben. Für ein differenzierendes Mathematiklernen müssen in den ersten Schuljahren weiterführende Strategien entwickelt werden. Es ist das Ziel des Projekts mittels einer Interventionsstudie (2. Klasse Grundschule/4. Klasse Förderschule) erstens zu prüfen, ob eine Ablösung vom zählenden Rechnen durch gezielte Intervention zu einer Verbesserung der Mathematikleistung führt und zweitens, ob die erste Zielsetzung auch durch kooperative Unterrichtsformen erreicht werden kann. Die Ergebnisse sollen insgesamt zur Entwicklung von Förderbausteinen zur Ablösung vom zählenden Rechnen und zu didaktischen Folgerungen für den Mathematikunterricht führen. Die Studie wird mit einer Stichprobe von N ~120 zählenden Rechner/innen an Grund- und Förderschule (Förderschwerpunkt Lernen) durchgeführt. Es werden drei Gruppen gebildet, die hinsichtlich Geschlecht, Mathematikleistung, Einzeltest (zählendes Rechnen), IQ (CFT 1) und Alter parallelisiert werden: G1: lehrerzentrierte Lehr-Lernprozesse; G2: kooperative strukturierte Lernprozesse; G3: Kontrollgruppe, keine spezifische Intervention. Nach der Stichprobenbildung werden in Gruppe 1+2 über 14 Wochen gezielte Interventionsbausteine im Unterricht umgesetzt und an zwei Messzeitpunkten Leistungseffekte gemessen und inferenzstatistisch ausgewertet.
Analyse und Förderung der Lernmotivation und des Kompetenzerwerbs beim Experimentieren im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Grundschule
| Universität Augsburg | Betreuender: Prof. Dr. Andreas Hartinger |
| Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät | Promovierender: Florian Ziegler (am Lehrstuhl für Psychologie) |
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik |
FKZ: 01JG0907 |
| Universitätsstr. 10 | Betrag: 116.899 EUR |
| 86159 Augsburg | Laufzeit: 01.02.2010 - 31.01.2013 |
Das Promotionsprojekt zielt auf die Förderung verschiedener Komponenten der Lern- und Leistungsmotivation im Sachunterricht der Grundschule als wesentliche Determinante des Erwerbs naturwissenschaftlicher Kompetenzen. Dabei erfolgt eine Fokussierung auf das Experimentieren, dem ein großes Potenzial für den Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenzen zugeschrieben wird. Das Projekt verfolgt dabei ein doppeltes Ziel. Erstens zielt es darauf, die Prozesse aufzuklären, die für die Ausbildung einer günstigen vs. ungünstigen Motivation beim Experimentieren im naturwissenschaftlichen Sachunterricht der Grundschule verantwortlich sind. Zweitens wird ein integrierter Ansatz zur Förderung der Lernmotivation und des Kompetenzerwerbs entwickelt und evaluiert. Das Promotionsvorhaben ist empirisch ausgerichtet und sieht zwei Hauptstudien vor. In Hauptstudie 1 werden motivationale Prozesse und der Kompetenzerwerb beim eigenständigen Experimentieren anhand quantitativer und qualitativer Methoden erfasst und analysiert. Die Ergebnisse bilden die Basis für die Entwicklung des integrierten Förderkonzepts. Dieses wird in Hauptstudie 2 anhand eines Prätest-Posttest-Follow-up-Vergleichsgruppen-Designs hinsichtlich seiner Wirksamkeit zur Förderung der Motivation und des Kompetenzerwerbs überprüft, insbesondere bei "Risikoschüler(inne)n".
Chancen und Risiken von Zeitzeugenbefragungen: Eine randomisierte Interventionsstudie im Geschichtsunterricht
| Eberhard-Karls-Universität Tübingen | Betreuender: Prof. Dr. Ulrich Trautwein |
| Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften | Promovierende: Christiane Bertram |
Institut für Erziehungswissenschaften |
FKZ: 01JG0913 |
| Münzgasse 11 | Betrag: 214.199 EUR |
| 72070 Tübingen | Laufzeit: 01.09.2010 - 31.08.2013 |
Zeitzeugenbefragungen gelten in der Geschichtsdidakitk als geeignet, um Schülerinnen und Schülern die Relevanz von Geschichte erleben zu lassen. Gleichzeitig ist der Zeitzeugenbericht als erzählte Erinnerung, die Quelle und Darstellung ist, umstritten. An kontrollierten Studien, die die Zeitzeugenbefragung als didaktisches Arrangement im Geschichtsunterricht systematisch untersuchen, fehlt es. Das Ziel der Arbeit besteht darin, die Effektivität von Zeitzeugenbefragungen im Geschichtsunterricht anhand des Themas "1968 in der Bundesrepublik" zu überprüfen. Dazu wird die Wirkung von drei Unterrichtstreatments in einer randomisierten Stichprobe von insgesamt 30 Klassen miteinander verglichen. Die zentrale Fragestellung lautet: Welche Effekte hat die Befragung eines "lebendigen" Zeitzeugen auf das historische Interesse, die historischen Kompetenzen (= Re- und Dekonstruktionskompetenz) und das geschichtliche Fachwissen der Schülerinnen und Schüler? In der ersten Versuchsbedingung (10 Klassen) wird ein Zeitzeuge aus dem Umfeld der jeweiligen Klasse befragt, in der zweiten Versuchsbedingung (10 Klassen) stehen die Videomitschnitte dieser Befragungen im Mittelpunkt und in der dritten Versuchsbedingung (Kontrollgruppe - 10 Klassen) wird das Thema im herkömmlichen Unterricht behandelt. Die Variable Unterricht wird hinsichtlich der Unterrichtszeit und der Lehrperson gleich gehalten. Zur Erfassung der abhängigen Variablen wird soweit möglich auf erprobte Messinstrumente zurückgegriffen.
Effekte kompetenzieller Rückmeldung beim Experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht
| Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) | Betreuende: Prof. Dr. Ute Harms |
| an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel | Promovierende: Mareike Schreiber |
Abt. Didaktik der Biologie |
FKZ: 01JG0901 |
| Olshausenstr. 62 | Betrag: 114.909 EUR |
| 24105 Kiel | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012 |
Mit der Einführung von Kompetenzmodellen sollen letztlich individuelle Lernentwicklungen von Schülern beschrieben und vor allem optimiert werden. Daher stellt sich die Frage, wie und mit welchen Effekten Kompetenzmodelle zu Leistungsrückmeldungen genutzt werden können. Mit der Beurteilung von Schülerleistungen durch Kompetenzstufenmodelle tritt eine sogenannte kompetenzielle (kompetenzstufenorientierte) Bezugsnorm neben die etablierten sozialen, individuellen oder kriterialen Bezugsnormen. In dem Forschungsvorhaben werden Effekte kompetenzieller Bezugsnormorientierung untersucht. Untersucht wird insbesondere, wie sich eine an Kompetenzstufen orientierte Leistungsrückmeldung im Vergleich zu einer sozialen Bezugsnorm auf Selbsteinschätzungsprozesse von Schülern und ihre Leistungen beim Experimentieren auswirkt. Ausgewählt wird dafür das Experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht in der Sekundarstufe I. Anknüpfend an ein validiertes Kompetenzstrukturmodell werden leistungsbezogene Rückmeldungen in Relation zu Kompetenzstufen formuliert, welche einer kompetenziellen Erweiterung der kriterialen Bezugsnorm entsprechen. Erwartet wird, dass
eine kompetenzielle Rückmeldung im Vergleich zu einer sozialen Bezugsnorm lernförderlicher ist (Studie 1) (Pre-Posttest-Design). Dies sollte besonders dann gelten, wenn die Rückmeldung zusätzlich zu einer externen Rückmeldung (Lehrerrückmeldung) auch intern erfolgt, d.h. die Schüler selbst ihre Kompetenz einstufen (Studie 2).
Einfluss des fachbezogenen Professionswissens von Lehrkräften auf die Entwicklung der Systemkompetenz von Schülern im Biologieunterricht
| Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) | Betreuende: Prof. Dr. Ute Harms |
| an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel | Promovierende: Kerstin Münchhoff |
Abt. Didaktik der Biologie |
FKZ: 01JG0909 |
| Olshausenstr. 62 | Betrag: 106.029 EUR |
| 24105 Kiel | Laufzeit: 01.10.2009 - 31.03.2012 |
Der Begriff Systemkompetenz fasst die kognitiven, motivationalen und volitionalen Fähigkeiten und Fertigkeiten zusammen, die verfügbar sein müssen, wenn ein Problem auf Systemebene zu lösen ist. Bisherige Untersuchungen zeigen erhebliche Unterschiede in der Systemkompetenz zwischen verschiedenen Schulklassen einer Jahrgangsstufe, die von unterschiedlichen Lehrkräften unterrichtet wurden. Aus Studien zum Professionswissen ist bekannt, dass das Professionswissen von Lehrkräften grundsätzlich einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern hat. Ziel dieser Arbeit ist es daher, den Einfluss des fachbezogenen Professionswissens (Fachwissen und fachdidaktisches Wissen) von Lehrkräften auf die Entwicklung der Systemkompetenz von Schülern im Biologieunterricht zu analysieren. In einer quantitativen Feldstudie werden Schüler der achten Jahrgangsstufe und deren Biologielehrkräfte in einem Prä-Posttest-Design untersucht. In der ersten Teilstudie wird die Entwicklung der Systemkompetenz der Schüler und Schülerinnen unter Konstanthaltung des Lehrereinflusses untersucht. In der zweiten Teilstudie wird der Lehrereinfluss variiert, indem die Schülerinnen und Schüler von den eigenen Biologielehrkräften unterrichtet werden. Die Erhebung der Daten erfolgt mittels Concept Mapping, Multiple-Choice Items und offenen Fragen, die im Rahmen dieses Vorhabens entwickelt werden. Zudem werden der IST 2000 R und der KFT 4-12 +R zur Validierung der Messinstrumente eingesetzt.
Fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen von Deutschlehrkräften und dessen Effekte auf die Rechtschreibentwicklung von Grundschülern
| Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main | Betreuender: Prof. Dr. Günther Thomé |
| FB 10 Neuere Philologien | Promovierende: Irene Margarita Corvacho del Toro |
Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache |
FKZ: 01JG0908 |
| Am Grüneburgplatz 1 | Betrag: 68.749 EUR |
| 60323 Frankfurt | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2011 |
In diesem Vorhaben werden die Zusammenhänge zwischen Lehrerwissen in deutscher Phonetik, Phonologie und Graphematik sowie über methodische Ansätze im Bereich des Schriftspracherwerbs und die Rechtschreibentwicklung von Grundschülern untersucht. Mittels eines selbst entwickelten Fragebogens wird daher das Lehrerwissen in deutscher Phonetik, Phonologie und Graphematik sowie über methodische Ansätze im Bereich des Schriftspracherwerbs erhoben. Die dichotom vorliegenden Items aus dem Lehrerfragebogen werden zunächst nach dem einparametrischen eindimensionalen Rasch-Modell skaliert. Weiterhin wird überprüft, ob das fachwissenschaftliche und das fachdidaktische Wissen eindimensional oder mehrdimensional modelliert werden können. Die Schülerleistung wird mit dem Standardtest DERET längsschnittlich zum Ende der 1. und der 2. Klasse erfasst. Ergänzend wird die Rechtschreibleistung der Schüler qualitativ ausgewertet. Für die Gesamtanalyse zieht die Studie quantitative Daten zu Kontext- und Bedingungsmerkmalen des Unterrichts zur Kontrolle heran.
Förderung der Diagnosekompetenzen Lehramtsstudierender des Fachs Englisch durch ein Blended Learning Training. Fokus: Unterstützung des Lernstrategien-Einsatzes von Schülerinnen und Schülern beim Lesen englischer Texte
| Universität Kassel | Betreuende: Prof. Dr. Claudia Finkbeiner |
| Fachbereich 02 | Promovierende: Jennifer Friedrich |
Institut für Anglistik/Amerikanistik |
FKZ: 01JG0902 |
| Georg-Forster-Str. 3 | Betrag: 91.940 EUR |
| 34127 Kassel | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012 |
Zukünftige Englischlehrer(innen) müssen Lernprozesse und -probleme von Schüler(innen) beim Lesen englischer Texte diagnostizieren können, um sie fachgerecht und selbstständigkeitsorientiert unterstützen und fördern zu können. Vor diesem Hintergrund wird die Entwicklung eines Blended Learning Trainings zur Förderung der Diagnosekompetenzen von Lehramtsstudierenden angestrebt. Sie lernen anhand dieses Trainings nicht nur, wie wichtig der angemessene Einsatz von Lernstrategien beim fremdsprachlichen Lesen ist, sondern haben die Möglichkeit, anhand von videobasierter Unterrichtsbeobachtung, Schüler- und Lehrerhandeln zu analysieren und selbst praktisch umzusetzen. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt innerhalb eines Seminars mit Englischlehramtsstudierenden der Universität Kassel. Die Studie gliedert sich in die Pilotierung des Diagnosekompetenztrainings und der Erhebungsinstrumente sowie die Hauptstudie (erster und zweiter Erhebungszyklus). Die Untersuchung folgt einem Prä-Post-Design. Den Testpersonen werden Video- und Transkriptausschnitte zur Bearbeitung vorgelegt; die Daten werden quantitativ ausgewertet. Weiterhin findet eine Videostudie mit den Proband(inn)en inklusive eines Stimulated Recall statt. Die Daten werden mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Durch die Zusammenführung der qualitativen und quantitativen Daten wird ein Diagnosekompetenzindex gebildet, der Aufschluss über die Diagnosekompetenzen der Testpersonen geben soll.
Förderung des Schriftspracherwerbs im Kindergarten durch Anregungen zum freien Schreiben
| Universität Augsburg | Betreuender: Prof. Dr. Andreas Hartinger |
| Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät | Promovierende: Susanne Huber |
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik |
FKZ: 01JG0915 |
| Universitätsstr. 10 | Betrag: 105.039 EUR |
| 86159 Augsburg | Laufzeit: 01.01.2010 - 31.12.2012 |
Die Studie untersucht, wie in der Übergangsphase vom Kindergarten zum Anfangsunterricht anschlussfähige Bildungsprozesse im Schriftspracherwerb gefördert werden können. Dazu wird folgenden Fragen nachgegangen: 1. Führt eine Intensivierung der schriftsprachlichen Aktivitäten durch eine explizite Förderung des Buchstabe-Laut-Zusammenhangs (Anlauttabelle) zu Gewinnen im Hinblick auf die Entwicklung des Schriftspracherwerbs und den Schulerfolg im Lesen und Rechtschreiben? 2. Welche Erkenntnisse kann die Studie beitragen zur Frage, ob der Schriftspracherwerb - würde er für alle Kinder in den Kindergartenalltag integriert - so gefördert werden kann, dass nicht nur positive Effekte in der Leistungsentwicklung entstehen, sondern dass es auch keine Nachteile (vielmehr ggf. Gewinne) im Hinblick auf die Motivation und das Interesse der Kinder gibt? In einer quasiexperimentellen Studie mit zwei Experimental- (EG 1: Anregung zum freien Schreiben ohne Anlauttabelle, EG 2: Anregung zum freien Schreiben mit Anlauttabelle) und einer Vergleichsgruppe, wird der frühe Schriftspracherwerb und die Einsicht in den Buchstaben-Laut-Zusammenhang bei allen Kindern (Nicht-Risikokinder + Risikokinder) durch Anregungen zu freien Schreibaktivitäten im Kindergartenalltag gezielt gefördert. Die Studie erstreckt sich auf das gesamte letzte Kindergartenjahr bis zum Ende der ersten Klasse und soll im Prätest-Posttest-Follow-up-Vergleichsgruppen-Design den Erfolg der Förderung überprüfen.
Grundschulkinder deuten Anschauungsmittel: Eine epistemologische Kontext- und Rahmenanalyse zur Förderung der visuellen Strukturierungsfähigkeit
| Universität Duisburg-Essen | Betreuender: Prof. Dr. Heinz Steinbring |
Fachbereich Mathematik |
Promovierende: Anke Steenpaß |
| Forsthausweg 2 | FKZ: 01JG0923 |
| 47057 Duisburg | Betrag: 112.138 EUR |
| Laufzeit: 01.02.2010 - 31.01.2013 | |
Ziel des qualitativen Forschungsvorhabens ist es Deutungen von Grundschulkindern zu mathematischen Anschauungsmitteln interpretativ zu analysieren und auf dieser Grundlage wesentliche Rahmungen (Goffman 1974; Krummheuer 1984) herauszuarbeiten. Weiter soll genauer erfasst werden, in welcher Weise diese Rahmungen die Kinder in einem strukturorientierten und flexiblen Gebrauch von mathematischen Veranschaulichungen beeinflussen. Dazu werden Daten in klinischen Interviews erhoben und unter einer epistemologischen Perspektive analysiert. Die in diesem Promotionsprojekt geplante qualitative Interviewstudie ist eingebettet in eine umfassend angelegte Gesamtstudie, die sowohl quantitative wie auch qualitative Forschungsmethoden nutzt (Epistemologische Bedingungen des Mathematiklernens mit Anschauungsmitteln (ELAN)). Die qualitative Studie KORA wird parallel zu der quantitativen Untersuchung MAVIS durchgeführt und ist als Interventionsstudie angelegt. Es werden Prätest, Intervention und Posttest entwickelt und durchgeführt. Die geplanten Analysen der klinischen Interviews erfolgen mit etablierten interpretativen Methoden: Analyseinstrument "4 Ebenen der visuellen Strukturierungsfähigkeit" (Söbbeke 2005) und Analyseinstrument "epistemologisches Dreieck" (Steinbring 2005).
Mentale Repräsentation von Zahlen und arithmetische Kompetenz im frühen Grundschulalter (MenZa)
| Ludwig-Maximilians-Universität München | Betreuende: Prof. Dr. Kristina Reiss |
| Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik | Promovierender: Andreas Obersteiner |
Mathematisches Institut |
FKZ: 01JG0922 |
| Theresienstr. 39 | Betrag: 126.634 EUR |
| 80333 München | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012 |
Die Open-Source-Lernsoftware "The Number Race" wird in verschiedenen Modifikationen im Anfangsunterricht (Studie 1) sowie zur Förderung leistungsschwächerer Kinder in der 2. Jahrgangsstufe (Studie 2) eingesetzt. Dabei werden gezielt der Aufbau approximativer Zahlrepräsentationen oder aber der Aufbau exakter Zahlrepräsentationen angesprochen. Das Ziel der Studie 1 ist es, empirisch zu prüfen, ob sich die Förderungen auf die arithmetischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler auswirken und ob es Unterschiede zwischen den beiden Programmversionen gibt. In Studie 2 werden unterschiedliche Treatments (approximativ vs. exakte Zahlrepräsentationen) bei leistungsschwachen Kindern der 2. Jahrgangsstufe realisiert und die Lernzuwächse evaluiert. Ferner wird die Rolle des räumlichen Vorstellungsvermögens bei der Ausprägung mentaler Zahlrepräsentationen untersucht. Lernzuwächse werden durch ein klassisches Experimental-Kontrollgruppen-Design mit Vortest, Treatment und Nachtest evaluiert. Außerdem werden kognitive Variablen wie räumliches Vorstellungsvermögen sowie unterrichtsbezogene und demographische Kontrollvariablen mit Lehrer- und Elternfragebögen erhoben. Die Förderungen erfolgen in Kleingruppen. In Studie 1 wird dabei das Programm "The Number Race" in unterschiedlichen Versionen eingesetzt. In Studie 2 kommen zusätzlich unterschiedliche Methoden und Materialien zum Einsatz. Die Lernzuwächse leistungsschwacher Kinder werden mit denen einer größeren Referenzstichprobe verglichen.
Modellkompetenz im Kontext Biologieunterricht - Validierung eines Kompetenzmodells mit geschlossenen Aufgaben
| Humboldt-Universität zu Berlin | Betreuende: Prof. Dr. Annette Upmeier zu Belzen |
| Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I | Promovierende: Eva Terzer |
Institut für Biologie |
FKZ: 01JG0906 |
| Invalidenstr. 43 | Betrag: 104.528 EUR |
| 10115 Berlin | Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012 |
Unzureichende Fähigkeiten im Umgang mit Modellen im Kontext Biologieunterricht zeigen sich bei Schülerinnen und Schülern darin, dass Modelle vorwiegend als Medien angesehen werden und weniger ihre Rolle im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess reflektiert wird. Somit erreicht der naturwissenschaftliche Unterricht bei der Entwicklung einer Modellkompetenz auf Schülerseite die Bildungsstandards der KMK (2005) nicht umfassend; demnach besteht hier ein Förderbedarf. Grundlage für Kompetenzförderung nach den Bildungsstandards sind Kompetenzmodelle. Zum Bereich Modellkompetenz liegt ein theoretisch begründetes Kompetenzmodell vor, das im Rahmen des Projekts operationalisiert und empirisch überprüft werden soll. Auf der Basis der theoretisch begründeten Struktur der Modellkompetenz sollen geschlossene Aufgaben zur Diagnose der Modellkompetenz von Schülerinnen und Schülern (Jahrgangsstufen 7 bis 10, Realschule und Gymnasium) entwickelt werden, die sich den Teilkompetenzen und Niveaustufen zuordnen lassen. Der Aufgabenpool wird nach einer Voruntersuchung reduziert und optimiert und für die Hauptuntersuchung im Multi-Matrix-Design je Schulform und Jahrgangsstufe ca. 240 Schülerinnen und Schülern (insgesamt ca. 1920 Schülerinnen und Schülern) zur Bearbeitung vorgelegt. Die Auswertung lässt Aussagen zur empirischen Validität des Kompetenzmodells zu.
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Differenzielle Didaktik bei Lern- und Entwicklungsstörungen