Rahmenprogramm des BMBF zur Förderung der empirischen Bildungsforschung

Domänenübergreifende und domänenspezifische Korrelate individueller Leistung im Fach Mathematik im Grundschulalter: eine Längsschnittstudie zum Zusammenspiel von basisnumerischen und exekutiven Funktionen

Freie Universität Berlin Leiter: Prof. Dr. Arthur Jacobs
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie FKZ: 01GJ0811
Allgemeine Psychologie Betrag: 325.224 EUR
Habelschwerdter Allee 45 Laufzeit: 01.11.2008 - 31.10.2011
14195 Berlin

Etwa jedes zehnte Kind leidet unter Lernstörungen im Fach Mathematik (spezifische Rechenschwäche). Neben Defiziten in zahlenspezifischen Bereichen werden auch domänenübergreifende Ursachen der Rechenschwäche diskutiert. Ziel des vorliegenden Projekts ist die längsschnittliche Untersuchung des Zusammenhangs zwischen basalen numerischen Defiziten sowie Defiziten im Bereich exekutiver Funktionen und der Entwicklung spezifischer Teilleistungsstörungen im Bereich Mathematik während der ersten Grundschuljahre. Nach einem initialen Screening von 2500 Grundschülern der 1. und 2. Schulstufen in Bezug auf ihre Leistung im Bereich mathematischer Verarbeitung wird im Rahmen von drei großen Erhebungsphasen (Start jeweils im April 2009, 2010 und 2011) die Entwicklung kontrollierter Gruppen von Kindern mit schwachen, mittleren und überdurchschnittlichen mathematischen Leistungen in Bezug auf basale numerische Fertigkeiten sowie exekutive Kontrollfunktionen nachvollzogen. Bei den Erhebungen wird mit Hilfe etablierter diagnostischer und experimenteller Paradigmen ein breites Spektrum an Verhaltens- und neurophysiologischen Daten erhoben, die detaillierte Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen kritischen Variablen im Laufe der frühen Schulentwicklung erbringen sollen. Neben den Erhebungen longitudinaler Daten werden zwei kontrollierte Interventionsprogramme durchgeführt (Start jeweils im Oktober 2009 und 2010), die den Nutzen domänenspezifischer und domänenübergreifender Trainingsansätze bei Kindern mit Störungen der mathematischen Verarbeitung ermitteln und kontrastieren sollen. Die Ergebnisse der Erhebungen sowie der Interventionsprogramme werden im Rahmen wissenschaftlicher Publikationen in einschlägigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften publiziert. Darüber hinaus sollen unterrichtsdidaktische Empfehlungen erarbeitet und publiziert werden.