Verbundvorhaben: Förderung der Deutsch-Lesekompetenz durch mehrsprachigkeitssensibles Reziprokes Lehren im Grundschulunterricht (meRLe) - Vorhaben B (2. Phase)


Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

Arbeitseinheit Bildungsqualität und Evaluation

Postfach 90 02 70

60442 Frankfurt am Main

Verbundkoordinatorin: Dr. Dominique Rauch

Förderkennzeichen: 01JM1704A

Förderbetrag: 307.661,24 €

Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2020


Bergische Universität Wuppertal

Institut für Bildungsforschung in der School of Education

Gaußstr. 20

42119 Wuppertal

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Jasmin Decristan

Förderkennzeichen: 01JM1704B

Förderbetrag: 308.520,47 €

Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2020


Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verfügen über deutlich geringere Lesekompetenzen als Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund. Der Unterschied wird schon in der Grundschule deutlich. Da Lesekompetenzen maßgeblich für den schulischen und damit auch späteren beruflichen Erfolg sind, besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Entsprechend ist Ziel dieses Vorhabens, die Deutsch-Lesekompetenz von Grundschul­kindern mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung deren Mehrsprachigkeit zu fördern. Dafür werden Prinzipien des „Reziproken Lehrens“ mit denen mehrsprachigkeitssensiblen Unterrichtens kombiniert. Beim „Reziproken Lehren“ erwerben Schülerinnen und Schüler in wechselnden Rollen bzw. mit wechselnden Aufgaben Lese- und Lernstrategien. Kinder mit Migrationshintergrund sollen hierbei auch unter Einbezug ihrer Herkunftssprache miteinander kommunizieren dürfen.

Im Vorhaben bilden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 40 Lehrkräfte darin aus, wie sie professionelle mit Mehrsprachigkeit umgehen und in „Reziprokes Lernen“ einführen können. Wirkungen und Wirksamkeit der anschließenden Implementation der Methoden in die Klassen untersuchen sie durch begleitende Erhebungen. Dabei stehen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte gleichermaßen im Fokus. Schließlich erfassen die Forscherinnen und Forscher die Wirksamkeit der Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund sowie die schülerseitige Nutzung des Angebots zur mehrsprachigen Interaktion. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen Wissen über die Potenziale und Herausforderungen einer Integration von Mehrsprachigkeit durch „Reziprokes Lehren“ in die Unterrichtspraxis generieren.

Das Vorhaben umfasst zwei Teilvorhaben an zwei Standorten: die Bergische Universität Wuppertal und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt am Main. Jeweils die Hälfte der der Schülerinnen und Schüler soll in NRW (im Großraum Wuppertal) bzw. in Hessen (im Großraum Frankfurt) untersucht werden. Das erste Teilprojekt wird Fragebögen und videobasierte Erhebungsinstrumente anpassen, während das zweite Teilprojekt Entwicklung der Fortbildung für die Lehrkräfte verantwortet.

Damit könnte eine Methode gefunden werden, den Rückstand im Lesen von Grundschulkindern mit Migrationshintergrund gegenüber Kindern ohne Migrationshintergrund zu verringern.