Sprachbewusstheit und Mehrsprachigkeit


Universität Leipzig

Philologische Fakultät

Institut für Slawistik

Beethovenstraße 15

04107 Leipzig

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Grit Mehlhorn

Förderkennzeichen: 01JM1701A

Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019


Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Philosophische Fakultät

Institut für Slawistik

Domstraße 9/10

17489 Greifswald

Projektleiter: Prof. Dr. Bernhard Brehmer

Förderkennzeichen: 01JM1701B

Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019


Die Europäische Kommission hat die Mitgliedsstaaten der EU dazu aufgerufen, im Rahmen der kindlichen Bildung Initiativen zur Förderung der Mehrsprachigkeit in europäischen Gesellschaften zu entwickeln. Dies schließt auch mit ein, die durch Migration verursachte Mehrsprachigkeit von Kindern als Ressource zu erkennen und Verfahren zu entwickeln, um sie angemessen zu fördern.

Das vorliegende Projekt knüpft hieran an, indem es die Ressourcen von russisch- und polnischsprachigen Jugendlichen in ihrer Herkunftssprache sowie potenzielle Vorteile des mitgebrachten Sprachwissens für den Fremdsprachenunterricht untersucht. Im Leipziger Teilprojekt entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler didaktische Ansätze für den Herkunftssprachenunterricht, die sich gezielt an den Sprachkompetenzen und dem Lernbedarf der Jugendlichen orientieren. Zudem erarbeiten sie Unterrichtseinheiten, die die positiven Effekte der Mehrsprachigkeit, insbesondere das Wissen über sprachliche Regeln, für den Fremdsprachenunterricht nutzbar machen und eine geeignete Förderung ermöglichen. Im Greifswalder Teilprojekt werden die Jugendlichen, die bereits in der ersten Förderphase begleitet wurden, in Bezug auf ihre herkunftssprachlichen Kompetenzen und deren Weiterentwicklung untersucht. Im Fokus steht dabei die Frage, inwiefern eine Wechselwirkung zwischen Kenntnissen des Deutschen, der Schulfremdsprachen und der Herkunftssprachen besteht. Ebenso untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit welchen Maßnahmen die Sprachbewusstheit (das Wissen über Sprachregeln) von Herkunftssprechern, insbesondere im Hinblick auf sprachliches Wissen über ihre Herkunftssprache, gesteigert werden kann.

Die Projektergebnisse sollen in die Lehreraus- und -weiterbildung einfließen. Anhand von Unterrichtshandreichungen und dem angeleiteten Durchspielen verschiedener Unterrichtsszenarien soll es Lehrkräften ermöglicht werden, entsprechende Sequenzen in ihrer eigenen Unterrichtspraxis einzusetzen.