Verbundvorhaben: Wer macht wen und was wie zum Fall?


Verbundvorhaben: Wer macht wen und was wie zum Fall? Rekonstruktionen zur Fallkonstitution und Kooperation sonder- und sozialpädagogischer Professioneller in inklusiven Schulen (FallKo)

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fachbereich Erziehungswissenschaften

Institut für Sonderpädagogik

Theodor-W.-Adorno-Platz 6

60323 Frankfurt am Main

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Mirja Silkenbeumer

Förderkennzeichen: 01NV1705A

Förderbetrag: 220.030,80 €

Laufzeit: 01.10.2017-30.09.2020


Universität Kassel

Fachbereich 01 Humanwissenschaften

Institut für Sozialwesen

Arnold-Bode-Str. 10

34127 Kassel

Projektleiterin: Dr. Nina Thieme

Förderkennzeichen: 01NV1705B

Förderbetrag: 207.333,60 €

Laufzeit: 01.10.2017-30.09.2020


In die Umsetzung des Auftrags, ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem zu entwickeln, ist neben der Schule zunehmend auch die Kinder- und Jugendhilfe involviert. Deshalb wird es immer wichtiger, integrierte erzieherische sowie psychosoziale Hilfen für Kinder und Jugendliche, deren Lern- und Entwicklungsprozesse von (drohenden) Behinderungen und Benachteiligungen gekennzeichnet sind, institutionell zu verankern. Die Zusammenarbeit von Regelschullehrkräften, Sonderpädagoginnen und -pädagogen sowie Professionellen der Sozialen Arbeit in interprofessionellen Teams ist dafür unerlässlich. In diesen Konstellationen obliegen gerade sonder- und sozialpädagogischen Akteurinnen und Akteuren spezifische Zuständigkeiten hinsichtlich der Förderung von Kindern und Jugendlichen, womit der Fallbezug beider Berufsgruppen in den Vordergrund rückt. Wie die sonder- und sozialpädagogischen Akteurinnen und Akteure Fälle deuten und bearbeiten und wie sie in dem Kontext Zuständigkeiten vor dem Hintergrund organisationaler Rahmenbedingungen aushandeln, ist Forschungsgegenstand der FallKo-Studie.

Neben dem erhofften wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn hinsichtlich eines bisher wenig erforschten Gegenstandes sollen die generierten Erkenntnisse in die akademische Lehrerbildung und Qualifizierung von Sozialpädagoginnen und -pädagogen einfließen und für pädagogische Fachtage oder vergleichbare Formate an den teilnehmenden Schulen und Beratungs- und Förderzentren aufbereitet werden. Zu diesem Zweck zeichnen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an zwei inklusiven Grund- und an zwei inklusiven Gesamtschulen sowie an zwei Beratungs- und Förderzentren im Anschluss an eine mehrwöchige ethnographische Phase verschiedene kollegiale Gespräche, Elterngespräche oder auch Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern selbst auf.

Die Projektergebnisse werden für die universitäre Lehrerbildung sowie die Ausbildung von sozialpädagogischen Fachkräften aufbereitet und sollen in die Weiterbildung von bereits in der Praxis tätigen Lehrkräften, Sonderpädagoginnen und -pädagogen sowie Professionellen der Sozialen Arbeit einfließen und darüber einen Beitrag zu deren Professionalisierung leisten – auch im Sinne einer reflexiven Inklusion.