Förder- und Selektionspraktiken als Reaktionsformen auf Instrumente der Output- und Wettbewerbssteuerung im Schulsystem


Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Fachbereich 6 Philosophische Fakultät

Institut für Erziehungswissenschaft

Georgskommende 26

48143 Münster

Projektleiter: Prof. Dr. Johannes Bellmann

Förderkennzeichen: 01JG1307

Förderbetrag: 358.935 EUR

Laufzeit: 01.09.2014 - 31.08.2017


Im Rahmen der Neuen Steuerung im Bildungswesen bekommen Förder- und Selektionspraktiken eine besondere Relevanz. Schulen werben mit besonderen Fördermöglichkeiten oder exklusiven Profilen um die Gunst der Nachfragerinnen und Nachfrager. Gleichzeitig können Schulen ihre Klientinnen und Klienten nach unterschiedlichen Gesichtspunkten selektieren. Verschränkungen von Förder- und Selektionspraktiken als Reaktionsformen auf Instrumente der Neuen Steuerung bleiben dabei oftmals systematisch ausgeblendet. Förderung und Selektion können jedoch als die zwei zentralen Strategien im Hinblick auf die Erzielung von besseren Ergebnissen in zentralen Vergleichsarbeiten und externen Evaluationen wie auch im Hinblick auf die Positionierung der Schule im Wettbewerb betrachtet werden. Wie Förderung und Selektion im Schulalltag allerdings konkret ausgestaltet sind, welche Relationierung diese Strategien in der schulischen Praxis erfahren und wie sie durch die Neue Steuerung gerahmt und verändert werden, stellt eine offene Forschungsfrage dar.
Das Projekt fokussiert auf einzelfallspezifische Beobachtungen der schulischen Praktiken sowie Befragungen von Schulleitungen und Lehrkräften in Brandenburg, die es ermöglichen, eine detaillierte Analyse der Relationierung von Förderung und Selektion im schulischen Feld vorzunehmen. Die Basis hierfür bilden kontrastive Fälle hinsichtlich der Wettbewerbssituation wie auch hinsichtlich der Produktion von Nebenfolgen. Die mit Beobachtungsprotokollen und Interviewleitfäden unter Zuhilfenahme von Audioaufnahmen erhobenen Daten werden mit qualitativen praxeographischen Verfahren ausgewertet. Das Projekt verspricht neue Erkenntnisse zu innerschulischen Bearbeitungsprozessen von Leistungsrückmeldungen und Wettbewerbselementen in Hinblick auf Förder- und Selektionspraktiken sowie vertiefende Erkenntnisse hinsichtlich der Produktion von Nebenfolgen.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-muenster.de/EW/