Strategien der Qualitätsentwicklung von Schulen in schwieriger Lage


Universität Duisburg-Essen

Fakultät für Bildungswissenschaften

Institut für Pädagogik

Berliner Platz 6 - 8

45127 Essen

Projektleiterin: Prof. Dr. Isabell van Ackeren

Förderkennzeichen: 01 JG 1008

Förderbetrag: 173.921,25 EUR

Laufzeit: 01.10.2010 - 31.10.2013


National wie zunehmend auch international war in den vergangenen Jahren ein verstärktes Interesse an Schulen zu beobachten, denen es gelingt, trotz schwieriger Kontextbedingungen, etwa aufgrund ihrer Lage in einem sozialen Brennpunkt, erfolgreich zu arbeiten (gemessen an den Lernerträgen von Schülerinnen und Schülern). Es stellte sich die Frage, welche Qualitätsentwicklungsstrategien von diesen Schulen konkret genutzt werden bzw. wie solche erfolgreichen Entwicklungsprozesse – auch im Kontext aktueller Bildungsreformen – beschrieben werden können.

Anknüpfend an theoretische Modelle der Organisations- und Schulentwicklungstheorie auf der einen und internationalen Befunden zu erfolgreichen Schulen in schwieriger Lage auf der anderen Seite, verfolgte das Forschungsprojekt das Ziel, Qualitätsentwicklungsstrategien von Schulen in schwieriger Lage zu analysieren. Hierzu wurden Faktorenkonstellationen und Prozessmerkmale „gelingender“ Schulentwicklung beschrieben und mit Blick auf die Adaptivität zu den spezifischen Kontextbedingungen interpretiert. Im Fokus standen die Bereiche Schulleitungshandeln, interne Kommunikations- und Kooperationsstrukturen sowie Unterrichtsprozesse. Dem Projekt lag ein kontrastiver Fallstudienansatz zugrunde. Hierzu wurden, ausgehend von Leistungsergebnissen in Lernstand 8 (NRW) jeweils vier erwartungsgemäß bzw. erwartungswidrig gut abschneidende Schulen mit hoher Belastung ausgewählt. Zur Analyse der Qualitätsentwicklungsstrategien wurde multimethodisch vorgegangen. So konnten einerseits quantitativ ausgerichtete Befragungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern realisiert werden, andererseits wurden vertiefende Interviews mit einzelnen Akteuren (z. B. Schulleitung) geführt. Die unterschiedlichen Daten wurden trianguliert und mit Blick auf mögliche Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede erwartungsgemäß bzw. erwartungswidrig gut abschneidender Schulen analysiert.

Erwartungswidrig guten Schulen gelingt es, aufgrund struktureller Veränderungen, besonderen personellen Einsatzes und hoher Unterrichtsqualität mit den erschwerten äußeren Kontextbedingungen umzugehen bzw. fehlende Ressourcen der Schüler zu kompensieren. Zur Analyse und kontinuierlichen Bestandsaufnahme der schulischen Effektivität liefern diesen Schulen intern und extern gewonnene Evaluationsdaten einen wesentlichen Beitrag. Gleichwohl deuten die Ergebnisse auch darauf hin, dass sich kein Patentrezept im Sinne eines einheitlichen Qualitätsentwicklungstableaus für alle Schulen in schwieriger Lage ableiten lässt. So erscheint die Rolle der Schulleitung zwar insgesamt bedeutsamer zu sein, mit Blick auf das Schulleitungshandeln werden jedoch u. a. aufgrund unterschiedlicher schulstruktureller Bedingungen divergente Strategien sichtbar.