JUNIORPROFESSUR für Sexualwissenschaft und präventive Internetforschung – Phase 2


Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

20246 Hamburg

Projektleiter: Prof. Dr. med. Peer Briken

Juniorprofessur: Prof. Dr. Arne Dekker

Förderkennzeichen: 01SR1602

Förderbetrag: 528.030,00 €

Laufzeit: 01.07.2016 - 30.06.2019


Die Juniorprofessur berücksichtigt insbesondere technologische Fortschritte und trägt damit der Herausforderung Rechnung, dass Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe zunehmend auch in digitalen Medien stattfinden und eine wirksame Prävention die entsprechende Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften erfordert.

Die meisten Jugendlichen nutzen soziale Online-Netzwerke heute ganz selbstverständlich als partnerschaftlichen und sexuellen Erfahrungsraum. Die Berücksichtigung dieser sozialen Rahmung erfordert entsprechendes Wissen und Handlungsoptionen des pädagogischen Personals, um sexuellen Grenzverletzungen und Übergriffen professionell begegnen zu können. Die Juniorprofessur soll in der zweiten Phase die bisher erfolgreiche Arbeit fortsetzen, um so eine Grundlage für die Verstetigung des Themas in der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu legen.

Inhaltlich beschäftigt sich die Professur mit den Anforderungen an die Qualifikation unterschiedlicher pädagogischer Professionen mit dem Schwerpunkt auf digitale Medien. Konkret sollen solche Fragestellungen wissenschaftlich bearbeitet werden wie: Welche Rolle spielen digitale Medien als Instanzen der sexuellen Sozialisation Jugendlicher? Welche Rolle haben digitale Medien als konkrete Orte sexueller Grenzverletzungen oder ihrer Vorbereitung und wie lassen sich digitale Medien als Mittel zur Prävention sexueller Übergriffe und sexualisierter Gewalt nutzen?

Das im Netzwerk der Juniorprofessuren entwickelte und in Hamburg angebotene Curriculum „Sexuelle Gewalt in Institutionen“ wird darüber hinaus evaluiert und kontinuierlich verbessert. Hierbei wird auch geprüft, inwieweit das Curriculum zu einem umfassenden Studienangebot „Sexuelle Gesundheit und Prävention“ weiter entwickelt werden kann. Damit sollen die Forschungsergebnisse der Juniorprofessur zur Erarbeitung präventiver Konzepte, Strategien und Materialien beitragen sowie die dauerhafte Implementierung und Verbesserung eines universitären Curriculums zur Ausbildung künftiger pädagogischer und klinischer Multiplikatoren befördern.

Ein wesentlicher Transfer der Forschungsergebnisse soll über die Implementierung des Themas in die universitäre Lehre und Forschung erfolgen. Außerdem werden die Forschungsergebnisse über Tagungen sowie wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Veröffentlichungen einem breiten Nutzerkreis zugänglich gemacht. Insbesondere soll die gezielt Zusammenarbeit des Juniorprofessors mit praxisbezogenen Institutionen die Breitenwirksamkeit der Erkenntnisse vorantreiben.

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