Entwicklung und Evaluation eines computerbasierten phonologischen Trainingsprogramms bei Grundschulkindern mit Lese-Rechtschreibstörung


Technische Universität Kaiserslautern

Fachbereich Sozialwissenschaften

Psychologie der Frühförderung

Erwin-Schrödinger-Str. 57

67663 Kaiserslautern

Projektleiterin: PD Dr. Claudia Steinbrink

Förderkennzeichen: 01 GJ 1003

Förderbetrag: 142.768 EUR

Laufzeit: 01.04.2010 – 31.12.2013


Störungen in der phonologischen Verarbeitung gelten als Ursache der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS). Da bestimmte phonologische Leistungen trainierbar sind, bietet sich ein phonologisches Training als Intervention für Kinder mit LRS an. Im deutschen Sprachraum sind aber bisher nur wenige evaluierte phonologische Trainingsprogramme für das spätere Grundschulalter verfügbar. Weiterhin fehlen Programme, die so selbsterklärend sind, dass die Förderung auch von Personen ohne spezielle lerntherapeutische Qualifikation betreut werden kann (z. B. im Elternhaus).

Das Ziel des Projekts bestand in der Entwicklung eines evidenzbasierten Lernsoftwareprogramms für Kinder mit Lese- Rechtschreib-Störung (LRS), welches ein intensives, massiertes Training der Phonemwahrnehmung und der phonologischen Bewusstheit mit der Anwendung dieser Fertigkeiten auf die Schriftsprache verbindet. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Vokallängenwahrnehmung für den Orthografieerwerb im Deutschen wurde als erste Teilstudie des Projekts eine experimentelle Studie zur Vokallängenwahrnehmung bei Kindern mit LRS durchgeführt, deren Ergebnisse in die Gestaltung des Trainingsprogramms einflossen. In der zweiten Teilstudie wurden die Aufgaben einer Pilotversion des Trainingsprogramms mit Grundschülern und Grundschülerinnen mit und ohne LRS durchgeführt. Ziel dieser Studie war zum einen die Kontrolle der Schwierigkeit, Durchführbarkeit und Akzeptanz der Übungen. Zum anderen sollte sichergestellt werden, dass alle Übungen hinreichend zwischen den Gruppen differenzieren und somit die Umsetzung der bei Kindern mit LRS defizitären phonologischen Fertigkeiten in die Spiele gelungen war. In der dritten Teilstudie wurde die Endfassung des Trainingsprogramms in einer Längsschnittstudie mit drei Messzeitpunkten hinsichtlich der Wirkungen auf phonologische Fertigkeiten sowie auf die Lese- und Rechtschreibleistungen von Kindern mit LRS evaluiert.

In Teilstudie 1 zeigte sich, dass Grundschüler und Grundschülerinnen mit LRS umfassende Schwierigkeiten bei der Vokallängenwahrnehmung haben. Da aber Grundschüler und Grundschülerinnen ohne LRS bei schwierigen Teilaufgaben ebenfalls schlecht abschnitten, wurden nur einfache Aufgaben zur Vokallängenwahrnehmung in das Trainingsprogramm eingebunden. In Teilstudie 2 schnitten Grundschüler und Grundschülerinnen mit LRS in allen Trainingsaufgaben schlechter ab als eine Vergleichsgruppe ohne LRS. Die Umsetzung der defizitären phonologischen Leistungen in die Spiele ist somit gelungen, und ein Training mit den Aufgaben des Trainingsprogramms ist grundsätzlich sinnvoll.

Weitere Informationen unter:
2. Phase des Projekts
http://www.sowi.uni-kl.de/psychologie-ii/home/