BMBF-Fachtagung: Sexualisierte Grenzverletzungen in der digitalen Welt


Mit der Fachtagung „Sexualisierte Grenzverletzungen in der digitalen Welt - Schutz von Kindern und Jugendlichen in pädagogischen Kontexten“ gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wissenschaft, pädagogischer Praxis, Fachverbänden, Fachberatung und öffentlicher Verwaltung die Möglichkeit, neue medien- und sexualpädagogische Ansätze der Prävention zu diskutieren. Das Programm bot aktuelle wissenschaftliche Befunde zum Thema und neue Erkenntnisse aus laufenden Forschungsprojekten des BMBF und gab Raum für einen Dialog von Wissenschaft und Praxis.

Internet und Smartphone, Videoplattformen, Soziale Netzwerke und Messengerdienste sind aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. 37 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen, 84 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen und inzwischen nahezu 100 Prozent der 14- bis unter 19-Jährigen besitzen ihr eigenes Smartphone oder Handy.

Digitale Medien bieten Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten des Lernens sowie der Selbst- und Welterkundung. Diesen Chancen stehen aber auch Risiken gegenüber. Dazu zählen die ungewollte Konfrontation mit sexualbezogenem Bildmaterial, ungewollte sexualisierte Annäherungen, der ungewollte oder nicht-einvernehmliche Versand privater Bilder, Texte oder Filme, Cybermobbing und Cybergrooming.

Welche Wege gibt es, Kinder und Jugendliche zu schützen, ohne sie einzuschränken? Was müssen Erziehende, Lehrkräfte und Fachkräfte in der Beratung über digitale Medien wissen, um Kinder und Jugendliche einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln? Was müssen sie wissen, um Risiken richtig einschätzen, sorgsam reagieren und adäquat mit Grenzverletzungen umgehen zu können?

Im Fokus stand die digitale Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen. Die Tagung konzentrierte sich auf die Potenziale und die Wirksamkeit von pädagogischen Handlungsansätzen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sie ging der Frage nach, wie neue medien- und sexualpädagogische Konzepte Kinder und Jugendliche dabei unterstützen können, sich sicher und souverän in der digitalen Welt zu bewegen und Risiken zu begegnen.