Gemeinsame Ursachenfaktoren von Störungen in der Entwicklung von Schriftsprache und Rechenkompetenz (2. Phase)


Justus-Liebig-Universität Gießen

FB 06 - Psychologie und Sportwissenschaft

Fachgebiet Psychologie

Otto-Behaghel-Str. 10, Haus F

35394 Gießen

Projektleiterin: Prof. Dr. Kristin Krajewski

Förderkennzeichen: 01 GJ 1403

Förderbetrag: 282.174 EUR

Laufzeit: 01.08.2014 – 31.12.2017


Im Rahmen der Längsschnittstudie wird untersucht, inwieweit der Erwerb von Schriftsprache und Rechenkompetenzen bzw. Störungen in der Entwicklung dieser beiden Bereiche miteinander zusammenhängen. Es wird geprüft, auf welchem Wege sich beide Kompetenzbereiche zwischen dem Alter von vier bis elf Jahren gegenseitig beeinflussen und inwieweit im frühen Kindergartenalter eingesetzte diagnostische Verfahren zur Erfassung schriftsprachlicher und mathematischer Vorläuferfertigkeiten auch geeignet sind, um differenzielle Vorhersagen zur Entstehung von isolierten oder kombinierten Schwächen im Lesen, Schreiben und Rechnen zu treffen. Auf diese Weise sollen Aufschlüsse über Entwicklungsverläufe komorbider bzw. isolierter Störungsbilder gewonnen und frühzeitig entsprechende Prognosen ermöglicht werden.

Im Verlauf von drei Untersuchungsjahren wird bei Kontrolle wichtiger Drittvariablen die mathematische und schriftsprachliche Entwicklung von 226 Kindern, die seit ihrem vierten Lebensjahr an der Längsschnittstudie teilnehmen, bis zum Alter von zehn Jahren jährlich weiterverfolgt. Hierbei werden jeweils am Ende der Schuljahre die mathematischen und schriftsprachlichen Schulleistungen der Kinder erfasst und mit Blick auf das Vorliegen von isolierten oder kombinierten Schulleistungsstörungen analysiert. Kinder, die im Kindergarten auffällige Werte in schulleistungsrelevanten Vorläuferfertigkeiten aufwiesen, stehen hierbei besonders im Fokus.

Die beantragte Studie soll Erkenntnisse in Hinblick auf die Optimierung von Ansätzen zur Prävention von Schulleistungsstörungen im Lesen, Schreiben und Rechnen liefern. Aufgrund der Ergebnisse der Studie soll es möglich sein, bessere differenzielle Leistungsvorhersagen zu treffen (insbesondere Prognose von isolierten und komorbiden Schulleistungsstörungen) und auf dieser Grundlage gezielter den individuellen Förderbedarf von Risikokindern zu ermitteln (Möglichkeiten zur differenziellen Prävention von isolierten oder komorbiden Schulleistungsstörungen). Darüber hinaus soll sich zeigen, inwieweit das Risiko für die Ausbildung von isolierten oder komorbiden Leistungsstörungen durch begrenzte Ressourcen in allgemeinen kognitiven Variablen determiniert ist. Darauf aufbauend sollten sich präventive Ansätze zur Förderung der Vorläuferkompetenzen des Lesens, Schreibens und Rechnens gezielt miteinander verknüpfen und optimieren lassen. Damit fokussiert das Projekt im Förderschwerpunkt auf die Diagnostik von Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten und liefert Aussagen darüber, in welchem Alter und in welchen Bereichen Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie von Lernstörungen (welche in anderen Projekten des Schwerpunktprogramms untersucht werden) am wirkungsvollsten sein und ansetzen sollten. Die Ergebnisse der Studie sollen somit dazu beitragen, für den Praktiker exakte Zeitfenster zu bestimmen, in denen eine gezielte Förderung bestimmter Inhalte im schriftsprachlichen und mathematischen Bereich besonders zum Tragen kommen sollte. Die Effektivität von Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie von Lernstörungen sollte damit gezielt verbessert werden können.

Weitere Informationen unter:
1. Phase des Projekts
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb06/psychologie