Zusatzauswertungen des IQB-Ländervergleichs 2012 und des IQB-Bildungstrends 2018


Humboldt-Universität zu Berlin: Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Institut für Erziehungswissenschaften

10099 Berlin

Projektleiterin: Prof. Dr. Petra Stanat

Förderkennzeichen: 01JQ2001

Förderbetrag: 41.221,20

Laufzeit: 01.03.2020 bis 31.08.2020


Gleiche Bildungschancen für Mädchen und Jungen sind ein wichtiges Anliegen des Bildungssystems in Deutschland. Der Vergleich zwischen dem IQB-Bildungstrend 2018 und dem IQB-Ländervergleich 2012 zeigt, dass der Rückgang der Kompetenzen und der Motivation von Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern im Fach Mathematik, der teilweise zu verzeichnen war, bei Jungen besonders stark ausgeprägt ist. Diese Entwicklung gibt Anlass zur Frage, ob Jungen in Deutschland nicht mehr nur in der Bildungsbeteiligung und beim Erwerb von Bildungsabschlüssen, sondern auch beim Kompetenzerwerb und in ihrer motivationalen Entwicklung benachteiligt sind. Um über geeignete bildungsadministrative Maßnahmen und Konsequenzen für das unterrichtliche Handeln fundiert diskutieren zu können, ist ein genaues Verständnis dieser ungünstigen Leistungs- und Motivationsentwicklung zentral.

Ziel des vorliegenden Projekts ist es deshalb, anhand weiterführender Datenanalysen des IQB-Ländervergleichs 2012 und IQB-Bildungstrends 2018 zu untersuchen, ob Kompetenzen und Motivation in Mathematik bei Jungen in bestimmten Kontexten oder mit bestimmten individuellen Merkmalen besonders stark zurückgegangen sind. Damit schafft das Projekt eine wichtige Ausgangsbasis, um zu verstehen, ob es sich beim beobachteten Befundmuster um eine kontextspezifische Entwicklung handelt oder der Kompetenzerwerb und die motivationale Entwicklung von Jungen in Mathematik allgemein betroffen sind.

Indem das Projekt sowohl Geschlechterdisparitäten als auch Ungleichheiten in Abhängigkeit vom sozialen Hintergrund und Zuwanderungshintergrund der Lernenden berücksichtigt, trägt es zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit in Deutschland bei. Die Erkenntnisse des Projekts haben eine hohe Praxisrelevanz, etwa für die Klärung der Frage, wie den ungünstigen Entwicklungen entgegengewirkt werden kann.