Dyskalkulie im Grundschulalter – Entwicklung und Evaluation eines arbeitsgedächtnisgestützten Diagnoseinstruments sowie integrativen Trainingsprogramms (2. Phase)


Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Institut für Psychologie

Lehrstuhl für Statistik und Methoden

Fliednerstr. 21

48149 Münster

Projektleiter: Prof. Dr. Heinz Holling

Förderkennzeichen: 01 GJ 1302

Förderbetrag: 478.133 EUR

Laufzeit: 01.12.2013 – 31.12.2017


Ziele des Vorhabens sind :
(1) die Gewinnung detaillierter längsschnittlicher Erkenntnisse zum Dyskalkulieverlauf auf neuronaler und Verhaltensebene,
(2) die formative Evaluation einer Dyskalkulieintervention mittels curriculumsbasierter Messung im Rahmen eines Response-to-Intervention Ansatzes sowie
(3) die Adaptation des computergestützten Dyskalkulietrainings durch die Verwendung direkter Instruktion (Instruktionsvideos) basierend auf individuellen Fehlermusteranalysen.

Es soll erstens eine Gruppe von Grundschulkindern mit Dyskalkulie sowie eine Kontrollgruppe über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet werden, wobei neben Verhaltensdaten (z. B. basisnumerische und arithmetische Kompetenzen, Faktenabruf, Intelligenz) auch jährlich die neuronale Aktivität bei numerischen Aufgaben erfasst werden soll. Zweitens soll das in Förderphase 1 entwickelte Trainingsprogramm in einer zusätzlichen Interventionsstudie zum Einsatz kommen, bei der das Training neben einer klassischen nicht-curricularen Fördermaßnahme eingesetzt wird. Die Studie soll mittels curriculumsbasierter Messung die Kompetenzentwicklung intensiv verfolgen und damit neben einem ausführlichen Eingangs- und Abschlussscreening ein detaillierteres Abbild über die formativen Bedingungsfaktoren der Interventionsergebnisse vermitteln. Drittens soll das entwickelte Training um Instruktionsvideos erweitert werden, die selektiv eingespielt werden, um direkt adäquate Lösungsstrategien für individuelle Fehler einzuüben.

Das skizzierte Forschungsprojekt soll in erster Form dazu dienen, den umfassenden Einsatz der in Förderphase 1 entwickelten Testbatterie und des zugehörigen Trainingsprogramms im Schul- und Beratungsalltag zu verankern sowie die Effektivität des Trainings in Kombination mit einem RTI-Modell zu überprüfen. Es soll erreicht werden, dass Schulen in der Lage sind, größtenteils eigenständig das evidenzbasierte Training für den systematischen Aufbau fehlender mathematischer (Basis-) Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler einzusetzen. Weiterhin sollen die wissenschaftlichen Ergebnisse in deutschsprachigen und internationalen Fachzeitschriften sowie auf Fachtagungen einem interessierten wissenschaftlichen Publikum zugänglich gemacht werden.        

Weitere Informationen unter:
1. Phase des Projekts
http://www.uni-muenster.de/PsyIFP/AEHolling/de/