Verbundprojekt: Diagnose von Barrieren für autistische Schüler*innen in inklusiven Schulen (schAUT)


Humboldt-Universität zu Berlin

Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Institut für Rehabilitationswissenschaften

Georgenstr. 36

10117 Berlin

Verbundkoordinator: Prof. Dr. Michel Knigge

Förderkennzeichen: 01NV2104A

Förderbetrag: 390.321,98 €

Laufzeit: 01.06.2021 bis 31.05.2024


White Unicorn - Verein zur Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes e. V.

Hultschiner Damm 148

12623 Berlin

Projektleiterin: Stephanie Fuhrmann

Förderkennzeichen: 01NV2104B

Förderbetrag: 161.105,20 €

Laufzeit: 01.06.2021 bis 31.05.2024


Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fachbereich Erziehungswissenschaften

Institut für Sonderpädagogik

Theodor-W.-Adorno-Platz 6

60323 Frankfurt am Main

Projektleiterin: Prof.‘in Dr. Vera Moser

Förderkennzeichen: 01NV2104C

Förderbetrag: 203.809,76 €

Laufzeit: 01.06.2021 bis 31.05.2024


Inklusion bedeutet, dass Kinder mit und ohne besonderem Förderbedarf gemeinsam in einem individuell angepassten Umfeld lernen können. Dies ist häufig insbesondere im Kontext von autistischen Schüler:innen in der Praxis eine Herausforderung: Aktuelle Erkenntnisse der Autismusforschung zeigen, dass der Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe betroffener Schülerinnen und Schüler wesentlich davon abhängen, ob es gelingt, individuell relevante Barrieren abzubauen.

Das Verbundprojekt schAUT entwickelt ein Diagnosetool, das in einem schlanken, alltagstauglichen Verfahren individuelle Barrieren ermitteln kann. Daraus ergeben sich Hinweise dazu, wie die Lernumgebungen angepasst und barriereärmer gestaltet werden sollten. Validiert wird das Tool mithilfe von Erhebungen in schulischen Übergangsphasen – wie dem Eintritt in die Grundschule oder die weiterführende Schule – mit insgesamt 1600 Schülerinnen und Schülern in zwei Bundesländern zu zwei Messzeitpunkten. Darüber hinaus entwickeln die Forschenden das Diagnosetool sowie eine ergänzende Handreichung im Rahmen einer Fachkonferenz gemeinsam mit international renommierten Experten und Expertinnen weiter. Das Tool wird zusätzlich in Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte erprobt.

Das Verbundprojekt ist interdisziplinär, partizipatorisch und international vernetzt aufgestellt. Das Teilprojekt A an der Humboldt-Universität verantwortet die statistischen Analysen und bringt insbesondere pädagogisch-psychologische Expertisen ein. Die Leitung des Teilprojekts B liegt beim White Unicorn – Verein zur Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes e.V. mit Sitz in Berlin. Die Praxisvertreter und Praxisvertreterinnen tragen durch fachpraktische Kenntnisse und Erfahrungswerte zur Projektumsetzung im Sinne eines Community-basierten, partizipativen Forschungsdesigns bei. Zudem verantworten sie die grafische Aufbereitung der Projektergebnisse. An der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main fokussieren die Wissenschaftler und Wissenschaftler des Teilprojekts C qualitative Analysen und vertreten insbesondere eine inklusionspädagogische Perspektive. Das Diagnosetool schAUT und die zugehörige Handreichung werden schließlich über die Kultusministerien allen Schulen als kostenloser Download bereitgestellt. Das Verbundprojekt trägt somit dazu bei, individuelle Barrieren autistischer Schülerinnen und Schüler zu erkennen und abzubauen.