Verbundprojekt: Diagnostische Praxis zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs und Bundeslanddisparitäten im Kontext der UN-BRK (FePrax)


Johann Wolfgang Goethe-Universität

Fachbereich Erziehungswissenschaften

Institut für Sonderpädagogik

Theodor-W.-Adorno Platz 6

60323 Frankfurt am Main

Verbundkoordinatorin: Prof.‘in Dr. Vera Moser Projektleiter: Dr. Torsten Dietze

Förderkennzeichen: 01NV2106A

Förderbetrag: 232.535,20€

Laufzeit: 01.08.2021 bis 31.07.2024


Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Rehabilitationspädagogik

Zentrum für Inklusionsforschung Berlin

Unter den Linden 6

10099 Berlin

Projektleiterin: Dr. Ellen Brodesser

Förderkennzeichen: 01NV2106B

Förderbetrag: 240.455,21€

Laufzeit: 01.08.2021 bis 31.07.2024


DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Abteilung Bildung und Entwicklung

Rostocker Str. 6

60323 Frankfurt

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Hasselhorn

Förderkennzeichen: 01NV2106C

Förderbetrag: 283.380,85€

Laufzeit: 01.08.2021 bis 31.07.2024


Die sonderpädagogische Diagnostik ist nicht nur ein zentrales sonderpädagogisches Professionsmerkmal, sondern steht im Kontext inklusiver Beschulung im Spannungsverhältnis von Platzierung (Einzelschule, Schulform), Lernprozessdiagnostik und Ressourcengenerierung. Für den betreffenden Schüler/die betreffende Schülerin werden hier weitreichende bildungsbiografische Entscheidungen getroffen, sodass dieser Thematik auch eine besondere gesellschaftliche wie wissenschaftliche Aufmerksamkeit zukommt.

Das Verbundprojekt „Diagnostische Praxis zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs und Bundeslanddisparitäten im Kontext der UN-BRK“ (FePrax) untersucht die sonderpädagogische Gutachtenerstellung sowie die Beratung von Sorgeberechtigten vergleichend in fünf Bundesländern. Betrachtet werden die sonderpädagogischen Förderschwerpunkte Lernen, Geistige Entwicklung, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung und Autismus. Weiter werden Interviews mit den Leitungen der mit der Diagnostik beauftragten Schulen bzw. der förderdiagnostischen Dienste geführt sowie Auskünfte in Bezug auf die Nutzung der gutachterlichen Informationen von den Lehrkräften der aufnehmenden Schule bzw. Klasse eingeholt.

Darüber hinaus soll systematisch geklärt werden, welche schulleistungsbezogenen, am jeweiligen sonderpädagogischen Förderbedarf orientierte, psychodiagnostische, medizinische und andere Wissensbestände, wie z.B. familiäre Hintergrundmerkmale (Migrationshintergrund, sozialer Status, Familiensprache etc.) in das sonderpädagogische Gutachten, die Entscheidungsfindung und den damit verbundenen Beratungsprozess einfließen. Ebenso soll untersucht werden, auf welcher Entscheidungsgrundlage die Empfehlung des Besuches einer Förder- oder inklusiven Schule erfolgt. Schließlich soll die Nutzung der gutachterlichen Informationen durch spätere Lehrkräfte und mögliche Empfehlungen zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Diagnostik unter den beteiligten Lehrkräften erhoben werden.

Übergeordnetes Ziel des Verbundprojekts ist es, durch die wissenschaftliche Analyse von Diagnosepraktiken, Urteilsfindungen und systembedingten Strukturen des Beratungsprozesses Hinweise für eine verbesserte Beratungspraxis zu entwickeln. Für einen erfolgreichen Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis erstellen die Forschenden abschließend eine Handreichung. Sie richtet sich insbesondere an Personen, die in die sonderpädagogische Begutachtung involviert sind, an die Lehrkräftebildung sowie an die Schulaufsicht. Zugleich wird ein wissenschaftlicher Podcast erstellt werden.