Gemeinsame Ursachenfaktoren von Störungen in der Entwicklung von Schriftsprache und Rechenkompetenz (1. Phase)


Justus-Liebig-Universität Gießen

FB 06 - Psychologie und Sportwissenschaft

Fachgebiet Psychologie

Otto-Behaghel-Str. 10, Haus F

35394 Gießen

Projektleiterin: Prof. Dr. Kristin Krajewski

Förderkennzeichen: 01 GJ 1002

Förderbetrag: 308.453 EUR

Laufzeit: Laufzeit: 01.07.2010 - 31.10.2013


Die Forschung der vergangenen Jahrzehnte untersuchte relativ unabhängig voneinander die Entwicklung schriftsprachlicher und mathematischer Vorläuferkompetenzen, welche sich bereits vor Schuleintritt entwickeln und die späteren Schulleistungen oder Schwächen in ihnen vorhersagen. Dennoch zeigen einige Studien, dass die Entwicklung von Lesen und Schreiben auf der einen und Mathematik auf der anderen Seite nicht unabhängig voneinander verlaufen. Die Überprüfung möglicher Wechselwirkungen in der Entwicklung der Kompetenzbereiche steht im Mittelpunkt des Projekts.

Im Rahmen einer Langzeitstudie sollte herausgefunden werden, wie sich die beiden Kompetenzdomänen bereits ab einem Alter von vier Jahren entwickeln und möglicherweise zu einem frühen Zeitpunkt gegenseitig beeinflussen. Dabei stellte sich auch die Frage, inwieweit im frühen Kindergartenalter eingesetzte diagnostische Verfahren geeignet sind später auftretende isolierte oder kombinierte Lernschwächen und -störungen im Bereich Lesen, Schreiben und Rechnen vorherzusagen. An der Langzeitstudie nahmen rund 270 Kinder teil. Zu Beginn der Erhebungen waren die vierjährigen Kinder im vorletzten Kindergartenjahr. Um die Entwicklung der Kinder beschreiben zu können, fanden die Untersuchungen im halbjährlichen Rhythmus statt. Hierbei wurden zu jedem Zeitpunkt sowohl schriftsprachliche und mathematische Vorläuferfertigkeiten als auch weitere für den Erwerb schulischer Fähigkeiten wichtige kognitive und nicht kognitive Fähigkeiten erfasst. Im ersten Schuljahr wurden ebenfalls halbjährlich die Schulleistungen der Kinder im Lesen, Schreiben und Rechnen erhoben.

In den auf verschiedenen Fachtagungen vorgetragenen Ergebnissen zeichnete sich die vermutete frühe Interaktion zwischen schriftsprachlicher und mathematischer Entwicklung ab. Im Kindergartenalter vorhandene Schwächen in der Bewusstheit für die Lautstruktur der Sprache, insbesondere auf Wort- und Silbenebene, scheinen sich auf mathematische Basisfertigkeiten wie den Erwerb der Zahlwortfolge auszuwirken. Inwieweit dieser Einfluss auch auf den Erwerb höherer mathematischer Kompetenzen und insbesondere auf schulische Mathematikleistungen zu finden ist, sollten die Ergebnisse der Schuluntersuchungen zeigen. Aus den bisherigen Ergebnissen ließ sich schlussfolgern, dass Beeinträchtigungen in der frühen (Schrift-)Sprachentwicklung bereits vor Schuleintritt auch Beeinträchtigungen in der mathematischen Entwicklung nach sich ziehen.

Weitere Informationen unter: 
2. Phase des Projekts
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb06/psychologie