Stereotype als Hindernisse für professionelle Diagnostik im inklusiven Schulkontext (Stereo-DiSK)


DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Abteilung Lehr- und Lernqualität in Bildungseinrichtungen

Postfach 90 02 70

60442 Frankfurt am Main

Projektleiterin: Prof.‘in Dr. Mareike Kunter

Förderkennzeichen: 01NV2115

Förderbetrag: 260.742,67 €

Laufzeit: 01.10.2021 bis 30.09.2024


Die Forschung zeigt, dass Lehrkräfte in inklusiven Schulen manchmal zu starre Vorstellungen von Ihren Schülerinnen und Schülern haben und sie nicht immer individuell betrachten. Somit gibt es auch spezifische Stereotype zu bestimmten sonderpädagogischen Förderbedarfen. Stereotype seitens der Lehrkräfte beeinflussen wiederum deren Bewertungsprozesse, indem sie Informationen übersehen oder unangemessen interpretieren.

Die Forschenden im Projekt „Stereo-Disk“ wollen diese Mechanismen aufdecken, um somit Erkenntnisse über die psychologischen Prozesse, die einer kompetenten Förderdiagnostik möglicherweise entgegenstehen, zu gewinnen. Dies geschieht mithilfe einer Intervention in Form einer universitären Lehrveranstaltung: Die Forschenden sensibilisieren Lehramtsstudierende für die Wirkung von Stereotypen während des diagnostischen Prozesses, damit sie ihre diagnostische Kompetenz im inklusiven Schulkontext weiterentwickeln können. Ein Praxisbeirat begleitet die Intervention, die als Open Educational Resources (OER) für zukünftige Lehrveranstaltungen an anderen Hochschulen genutzt werden soll.

Der Praxisbeirat setzt sich aus Lehrkräften mit und ohne Erfahrung in inklusiven Schulkontexten sowie Ausbildenden der 1. und 2. Phase der Lehrerausbildung zusammen. Die Beteiligten aus dem Projekt und dem Beirat entwickeln gemeinsam ein Disseminationskonzept für die Praxis. Die im Praxisbeirat involvierten Personen wirken selbst auch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Verwertung der Ergebnisse. Durch das Projekt können (angehende) Lehrkräfte ihre diagnostischen Kompetenzen im inklusiven Unterricht aufbauen, damit es gelingt, Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf ohne den Einfluss von Stereotypen zu beurteilen.