Externe Evaluation / Schulinspektion und Qualitätsentwicklung von Schulen


Universität Vechta

Abteilung für Erziehungswissenschaften

Burgstraße 18

49377 Vechta

Projektleiterin: Dr. Kathrin Dedering

Förderkennzeichen: 01 JG 1011

Förderbetrag: 181.590 EUR

Laufzeit: 01.10.2010 – 31.05.2013


Das Schulwesen in den deutschsprachigen Ländern ist derzeit durch einen systematischen Umbau der administrativen Steuerungsmechanismen gekennzeichnet. Ein zentrales Element sind Verfahren der Schulinspektion, die in den vergangenen Jahren in allen deutschen Bundesländern eingeführt worden sind. Die Anzahl der empirischen Studien hinsichtlich der Verarbeitung der Ergebnisse der Schulinspektion in den Schulen sowie einer generellen Wirksamkeitserwartung ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, ihre Ergebnisse zeichnen insgesamt jedoch kein einheitliches Bild.

Das Forschungsvorhaben ging der Frage nach, inwiefern Verfahren der Schulinspektion einen Einfluss auf den Bereich der Qualitätsentwicklung von Schulen haben – und exemplarisch an zwei Bundesländern (Hamburg und Thüringen) untersucht. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden zwei methodische Zugänge gewählt:

1. Quasi-Längsschnitt-Datenerhebung zu drei Zeitpunkten.
2. Qualitative Fallstudien an ausgewählten Schulen der Untersuchungsstichprobe.

Zu 1: Alle im ersten Halbjahr 2011 in Hamburg und Thüringen begutachteten Schulen wurden zwei Wochen vor sowie drei Monate und ein Jahr nach dem Schulbesuch anhand standardisierter Fragebögen befragt. Als Hintergrundfolie bei der Fragebogenkonzipierung diente das theoretische Rahmenmodell von Ehren und Visscher, das zur Erklärung der Auswirkungen von Schulinspektion auf Einzelschulebene entwickelt worden ist.

Zu 2: Mithilfe der Fallstudien wurden tiefergehende Erkenntnisse zum Verarbeitungsprozess (=Fall) der Schulinspektion gewonnen. Es wurden vier Schulen ausgewählt, deren Ergebnisverarbeitungsprozesse in Leitfadeninterviews rekonstruiert wurden. Dem Konzept des Schulsystems als Mehrebenensystem entsprechend, wurden auf der Mesoebene schulische Akteure, auf der intermediären Ebene Schulinspektoren und auf der Makroebene Mitglieder der Schulaufsicht in den Blick genommen.

Die standardisierte Befragung lieferte uns Informationen über den innerschulischen Prozess der Rezeption und Reflexion der Inspektionsergebnisse und deren Verarbeitung im Sinne einer kooperativen Maßnahmenplanung und Maßnahmenumsetzung – und zwar in Abhängigkeit von Merkmalen des Inspektionsverfahrens und der Verfahrensdurchführung sowie von inner- und außerschulischen Merkmalen. Mithilfe der qualitativen Fallstudien wurde eine chronologische und umfassende Rekonstruktion der Abläufe aus Sicht verschiedener Beteiligter möglich. Darüber hinaus wurde in den Interviews ermittelt, inwiefern das Verfahren der Schulinspektion zu Veränderungen der schulischen Organisation, der Aufgaben bestimmter schulischer Akteure sowie der Professionalität der schulischen Akteure geführt hat.

Weitere Informationen unter:
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