Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem - Bedingungen, Prozesse und Wirkungen (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

FB 03 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik

Jakob-Welder-Weg 9

55128 Mainz

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia

Förderkennzeichen: 01 JG 1303 A

Förderbetrag: 308.841,60 EUR

Laufzeit: 01.09.2013 - 31.08.2016


Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Fachbereich 7 Psychologie und Sportwissenschaft

Institut für Psychologie

Fliednerstr. 21

48149 Münster

Projektleiterin: Prof. Dr. Carmen Binnewies

Förderkennzeichen: 01 JG 1303 B

Förderbetrag: 141.534 EUR

Laufzeit: 01.09.2013 - 31.08.2016


Ein zentraler Befund der Verbundarbeit in der ersten Förderphase lautet, dass Lehrkräfte und Schulleitungen nur sehr bedingt ihr eigenes professionelles Handeln auf Grundlage von Evidenzen gestalten. Die Daten verdeutlichen, dass viele Faktoren auf den unterschiedlichen Ebenen des Schulsystems den professionellen Umgang mit Evidenzen beeinflussen. Vor diesem Hintergrund liegt der Forschungsfokus am Standort Mainz in der zweiten Phase vor allem in einer differenzierteren und tiefergehenden Betrachtung der Bedingungsfaktoren, wie dem Schulleitungshandeln, den kollektiven Austauschprozessen und der Kompetenz der schulischen Akteure, ebenso wie in der prozesshaften Betrachtung möglicher Bewältigungsprozesse.

Aufbauend auf den Daten aus der ersten Förderphase soll in der zweiten Phase zum einen eine, in Kooperation mit der Universität Münster, längsschnittliche Betrachtung u. a. mit besonderem Fokus auf Rolle und Handlungsbedingungen von Schulleitungen vorgenommen werden, welche zum anderen durch zwei Vertiefungsstudien begleitet wird. Vertiefungsstudie 1 widmet sich in Kooperation mit der Universität Münster einer längsschnittlichen Analyse der Entwicklung evidenzbasierten Handelns sowie qualitativ vertiefend ihrer Bestimmungsfaktoren in verschiedenen Lehrerprofessionalisierungsphasen. Vertiefungsstudie 2 ergänzt am Standort Mainz den quantitativen Längsschnitt durch eine qualitative Detailbetrachtung ausgewählter Schulen mit besonders markanten Veränderungen.

Die erwarteten Befunde wenden sich an Forscher sowie an Praktiker. Durch eine entsprechende Aufbereitung der Ergebnisse sollen die erfolgreich realisierten Öffentlichkeitsstrategien fortgesetzt und erweitert werden. Diese umfassen eine Projekt-Website, Informationsflyer für Schulen und Administration, Ergebnisrückmeldungen an die beteiligen Schulen, praxisorientierte Publikationen u.v.m. und können darüber hinaus im Rahmen der Beratungstätigkeit der Projektverantwortlichen für die Bildungsadministration auch in die Steuerungspraxis einfließen. Aus wissenschaftlicher Sicht bieten die zu erwartenden Ergebnisse vielfältige Anknüpfungspunkte zum internationalen Forschungsstand, insbesondere im Bereich der Schul- und Qualitätsentwicklung. Thematisch liegt das beantragte Forschungsprojekt in einem der Kernbereiche des interdisziplinären Mainzer Zentrums für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH), so dass sich auch hier umfangreiche Anknüpfungspunkte an weitere Forschungsvorhaben ergeben.