Intermezzi körperlicher Aktivität zur Steigerung des Lernens


Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster

Albert-Schweitzer-Straße 33

48149 Münster

Projektleiter: Prof. Dr. Stefan Knecht

Förderkennzeichen: 01GJ0810

Förderbetrag: 477.797,12 EUR

Laufzeit: 01.05.2008 bis 30.06.2012


Eine Reihe von Studien untermauert wissenschaftlich den positiven Einfluss körperlicher Bewegung auf kognitive Funktionen. Der Schwerpunkt dieser Studien liegt insbesondere auf Effekte bei älteren Menschen. Allerdings wurde der positive Effekt sportlicher Interventionen auf die Bewältigung verschiedener kognitiver Aufgaben auch bei Kindern gefunden. Die Mechanismen der Beeinflussung kognitiver Funktionen durch körperliche Bewegung sind dabei noch nicht vollständig aufgeklärt.

Ziel des Projektes war die Überprüfung, inwieweit die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 16 Jahren im Rahmen der Institution Schule durch sportliche Aktivitäten verbessert werden kann. Bei 300 Schülerinnen und Schülern, verteilt auf die Schultypen Haupt-, Realschule und Gymnasium, sollten im Vorfeld standardisierte Tests zur Intelligenz, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung sowie sportmedizinische Voruntersuchungen durchgeführt werden. Diese vorbereitenden, klassifizierenden Tests und Untersuchungen erfolgten in einem mobilen Labor. Nur weil die Schülerinnen und Schüler mit einem zum Labor umgebauten Bus an verschiedenen Schulen im Umfeld Münsters aufgesucht wurden, konnte die geplant hohe Probandenzahl gewonnen werden. Die Vortests waren notwendig, um prüfen zu können, für welche Subgruppen die lernverbessernde Wirkung körperlicher Aktivität in der Institution Schule besonders stark ausfällt. Im Haupttest wurden Lern- und Behaltensleistungen bei intensiver körperlicher Bewegung und bei fehlender Bewegung in einem fest definierten Zeitrahmen zu jeweils vier Terminen analysiert. Diese Analysen sollen den gezielten Einsatz von Bewegungs-Intermezzi zur Steigerung von Lernleistungen ermöglichen.

321 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Studie teil. Auswertbare Datensätze lagen für 273 Testpersonen vor. Grundsätzlich konnte der positive Effekt körperlicher Bewegung auf die Lern- und Gedächtnisleistung bestätigt werden. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die lernförderliche Wirkung sportlicher Aktivitäten insbesondere in der Gruppe leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler besteht. Dieses Ergebnis könnte zur Umsetzung spezieller Bewegungsprogramme für diese Gruppe anregen. Aus den Analysen ergab sich zudem als gesundheitsepidemiologischer Aspekt, dass bei Jugendlichen kein Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und Routineaktivität besteht. Dieser Befund deutet darauf hin, dass erhöhtes Körpergewicht Jugendlicher vorrangig auf erhöhte Kalorienaufnahme und nicht auf geringe körperliche Aktivität zurückzuführen ist.

Weitere Informationen unter:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/