Trainingseffekte bei kognitiven Subtypen der Dyslexie: Hirnfunktion und Performanz


Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Medizinische Fakultät

Pauwelsstraße 30

52074 Aachen

Projektleiterin: Dr. Marion Grande

Förderkennzeichen: 01GJ0804

Förderbetrag: 531.217,68 EUR

Laufzeit: 01.09.2008 bis 31.08.2012


Nicht alle Kinder mit einer Lesestörung zeigen die gleichen kognitiven Defizite. So stehen bei einigen Kindern phonologische Probleme, bei anderen Aufmerksamkeitsprobleme im Vordergrund. Dies sollte bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden. Es ist jedoch noch offen, ob Dyslektiker stärker von einem defizitspezifischen Training profitieren als von einem reinen Lesetraining.

Ziel der Studie war der Vergleich dreier verschiedener Arten von Trainings, 1. einem defizitspezifischen (d. h. einem reinen phonologischen bzw. aufmerksamkeitsbasierten) Training, 2. einem reinen Lesetraining und 3. einem kombinierten Training. Zusätzlich wurde ein Teil der Kinder vor und nach dem Training mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) untersucht. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sich Dyslektiker neurofunktionell von normal lesenden Kindern unterscheiden und ob es nach einem Training zu einer Angleichung der Hirnfunktion kommt, oder ob die Dyslektiker kompensatorisch andere Hirnregionen aktivieren. Insgesamt 60 leseauffällige Grundschüler der dritten und vierten Klasse wurden über einen Zeitraum von vier Wochen an fünf Tagen pro Woche von Logopädinnen einzeln trainiert. Die Untersuchungsstichprobe bestand aus zwei Untergruppen: Die Hälfte der Kinder (n = 30) wies zusätzlich zur Dyslexie ein Defizit bei der phonologischen Bewusstheit auf, die andere Hälfte ein Defizit der Aufmerksamkeit. Pro Untergruppe wurden die Kinder den drei verschiedenen Trainings zugewiesen. In der fMRT-Untersuchung wurden den Kindern vier Aufgaben gestellt: eine Aufgabe zum lauten Lesen, eine rezeptive und eine expressive phonologische Aufgabe und eine Aufgabe zur Aufmerksamkeit.

  • Methoden: Neue diagnostische Verfahren für die wiederhote Messung von Lesefähigkeit und ihrer Steigerung und Rapid Automatised Naming wurden entwickelt.
  • Training: Phonologische Dyslektiker profitieren unterschiedlich von verschiedenen Traings. Während ein phonologisches Lesetraining das Decoding verbessert, fördert ein reines nicht phonologisches Lesetraining das Leseverstehen.
  • Neuroimaging: Erste Daten zeigen, dass kognitive Subtypen von Dyslexie verschiedene neuronale Grundlagen haben. Diese können auch bei gesunden Lesern mit eínem neu entwickelten Paradigma simuliert werden. Trainings führen zu Aktivitätssteigerung im linken GFI.

Weitere Informationen unter:
https://www.medizin.rwth-aachen.de/cms/Medizin/Studium/Kontakt/Studiendekanat/~bljy/Logopaedie_u_Lehr_und_Forschungslogopaedie/