Entwicklung und empirische Prüfung einer Lehrerfortbildung zur Förderung von Selbstregulationskompetenz und mathematischer Kompetenz bei Hauptschülern (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Technische Universität Darmstadt

Fachbereich Humanwissenschaften

Institut für Psychologie

Alexanderstr. 10

64283 Darmstadt

Verbundkoordinator: Prof. Dr. Bernhard Schmitz

Förderkennzeichen: 01 JH 0917

Förderbetrag: 450.865,72 EUR

Laufzeit: 01.07.2009 – 30.09.2012


Eberhard Karls Universität Tübingen

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Institut für Erziehungswissenschaften - Abt. Empirische Bildungsforschung und Pädagogische Psychologie (EBPP)

Europastr. 6

72072 Tübingen

Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Trautwein

Förderkennzeichen: 01 JH 0918

Förderbetrag: 169.057,48 EUR

Laufzeit: 01.07.2009 – 30.09.2012


Ziele des Verbundvorhabens waren die Entwicklung und empirische Prüfung einer Lehrerfortbildung zur Förderung von Selbstregulationskompetenz und mathematischer Kompetenz bei Hauptschülern der fünften Klasse. In der Fortbildung für Lehrer sollte vermittelt werden, wie diese das selbstregulierte Lernen ihrer Schüler und Schülerinnen im Mathematikunterricht unterstützen können. Es wurde eine Kombination von fachübergreifenden (selbstregulatorischen) und fachbezogenen (mathematischen) Kompetenzen realisiert, da sich diese in Förderprogrammen als besonders erfolgreich erwiesen hat. Als mathematisches Themengebiet wurde das „Mathematische Modellieren“ gewählt, da dieses Thema eine hohe Alltagsrelevanz aufweist. Zur Transferunterstützung der Fortbildungsinhalte in den Unterricht erhielten die Lehrkräfte in der Fortbildung ein Manual, in dem die konkrete Umsetzung der Fördermaßnahme beschrieben war. Es enthielt Stundenverlaufspläne, Materialien und eine genaue Beschreibung der Unterrichtssequenzen. Um die Wirksamkeit der Fortbildung zu prüfen, wurde eine Kontrollgruppe eingesetzt, in der die Lehrkräfte keine Fortbildung erhielten und keine direkte Förderung selbst regulierten Lernens im Unterricht umsetzte. Die zweite Experimentalgruppe erhielt zusätzlich zu dem Unterrichtsmanual, das die Lehrkräfte bei der Durchführung der Fortbildungsinhalte im Unterricht unterstützen sollte, ein Transfercoaching, das zweimal während des achtwöchigen Förderzeitraumes durchgeführt wurde.

Erste Analysen deuten darauf hin, dass die Fortbildung aus Sicht der beteiligten Lehrkräfte einen positiven Effekt auf die Selbstregulationsförderung im Mathematikunterricht der Experimentalgruppe hatte. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler hatte der Fortbildungsbesuch der Lehrer darüber hinaus einen positiven Effekt auf die allgemeine Unterrichtsqualität in der Experimentalgruppe. Um die Ergebnisse des Projektes in die Praxis zu transferieren, wurde allen am Projekt beteiligten Schulen eine schriftliche Rückmeldung der vorläufigen Ergebnisse zugesandt. Darüber hinaus wurden diese Ergebnisse im Rahmen einer Informationsveranstaltung auch an diejenigen Schulämter zurückgemeldet, die die Fortbildung unterstützt hatten. Im Jahresbericht der Abteilung Empirische Bildungsforschung und Pädagogische Psychologie der Universität Tübingen wurde die Fortbildung „Lernen mit Plan“ in den Jahren 2010 und 2012 vorgestellt. Des Weiteren zeigten sowohl die beteiligten Schulämter als auch Lehrkräfte, die an der Fortbildung teilgenommen haben, Interesse daran, die Fortbildungsinhalte im Rahmen weiterer Fortbildungen zu verbreiten. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, die Fortbildung auch für Realschulen zu adaptieren. Eine weitere Transfermöglichkeit besteht darin, Multiplikatoren zu schulen, die das Konzept dann in ihre Schulen oder den jeweiligen Schulamtsbezirken vermitteln. Außerdem sind Publikationen in Fachzeitschriften für Lehrkräfte sowie die Gestaltung eines Praxisbuches zum Förderprogramm „Lernen mit Plan“ in Arbeit.