Berufliche Zielorientierung von Lehrkräften: Institutionelle und situationale Bedingungen, Beeinflussung und Förderung (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Universität Mannheim

Fakultät für Sozialwissenschaften

Lehrstuhl Pädagogische Psychologie

Schloss, Bismarckstr.

68161 Mannheim

Verbundkoordinator: Prof. Dr. Oliver Dickhäuser

Förderkennzeichen: 01 JH 0901

Förderbetrag: 501.715,10 EUR

Laufzeit: 01.06.2009 – 31.05.2015 (Gesamtlaufzeit 1. & 2. Phase)


Universität Augsburg

Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät

Lehrstuhl für Psychologie

Universitätsstr. 10

86159 Augsburg

Projektleiter: Prof. Dr. Markus Dresel

Förderkennzeichen: 01 JH 0902

Förderbetrag: 514.521,20 EUR

Laufzeit: 01.06.2009 – 31.05.2015 (Gesamtlaufzeit 1. & 2. Phase)


Beruflicher Motivation von Lehrkräften wird in Modellen der Lehrerkompetenz eine wichtige Rolle dafür zugeschrieben, wie Lehrkräfte ihr eigenes professionelles Handeln regulieren. Dem Forschungsvorhaben liegt ein Rahmenmodell zugrunde, das die von Lehrern verfolgten beruflichen Ziele als zentrales Element von Lehrermotivation versteht. In Anlehnung an Theorien der motivationalen Zielorientierung werden dabei Lernziele (die Lehrkraft verfolgt das Ziel, ihre Kompetenzen zu erweitern), Annäherungsleistungsziele (die Lehrkraft verfolgt das Ziel, hohe eigene Kompetenzen unter Beweis zu stellen), Vermeidungsleistungsziele (die Lehrkraft verfolgt das Ziel, vermeintliche Kompetenzmängel zu verbergen) und Arbeitsvermeidungsziele (die Lehrkraft verfolgt das Ziel, möglichst wenig Aufwand zu haben) unterschieden. Bislang vorliegende Befunde zeigen, dass dieser theoretische Rahmen dazu geeignet ist, die Motivation von Lehrkräften und Referendaren zu beschreiben und dass die beruflichen Zielorientierungen mit kompetenzbezogenem Erleben und Lernverhalten im Zusammenhang stehen, wobei sich Lernzielorientierung als kompetenzförderlich und Vermeidungsleistungszielorientierung als kompetenzabträglich erweisen. Daneben zeigt sich, dass unterschiedliche Zielorientierungen von Lehrkräften mit unterschiedlichem instruktionalen Handeln im Unterricht assoziiert sind. Erste Hinweise zeigen, dass Zielorientierungen von Lehrkräften in Teilen von Merkmalen des beruflichen Kontexts abhängen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird in der zweiten Förderphase untersucht, wie stabil berufliche Zielorientierungen sind und in welchem Ausmaß sie durch Veränderungen des Kontexts beeinflusst werden. Basierend auf den Befunden der ersten Förderphase ist es das übergeordnete Ziel der zweiten Förderphase, spezifische Merkmale zu isolieren, durch die berufliche Zielorientierungen beeinflusst werden können. Dazu werden mehrere Untersuchungen durchgeführt:

(1) Durch die Fortführung einer in der ersten Förderphase begonnenen Längsschnittstudie werden Wechselwirkungen zwischen Schüler-/Klassenmerkmalen und Lehrkraftzielorientierungen analysiert.
(2) Durch die Nachbefragung einer in der ersten Förderphase untersuchten Stichprobe an Referendaren nach ihrem Übergang in die Tätigkeit als Lehrer wird der Effekt von Kontextwechseln auf die Zielorientierung quantifiziert.
(3) In einer Serie an Experimenten werden Merkmale des situativen Kontexts systematisch manipuliert.
(4) Schließlich werden Trainingsmaßnahmen zur Veränderung beruflicher Zielorientierungen von Lehrern entwickelt, durchgeführt und evaluiert.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://paed-psych.uni-mannheim.de/forschung/forschungsprojekte/berufliche_zielorientierung_und_kompetenzerwerb_bei_lehrkraeften/