Prozessbezogene Diagnostik des Lese- und Hörverstehens im Grundschulalter (Verbundvorhaben):


Universität Kassel

Fachbereich 01 Humanwissenschaften

Institut für Psychologie

Holländische Str. 36–38

34127 Kassel

Verbundkoordinator: Prof. Dr. Tobias Richter

Förderkennzeichen: 01GJ1206A

Förderbetrag: 243.994,80 EUR

Laufzeit: 01.09.2012–31.08.2015


Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

Arbeitseinheit Bildungsqualität und Evaluation

Schloßstraße 29

60486 Frankfurt am Main

Projektleiter: Dr. Johannes Naumann

Förderkennzeichen: 01GJ1206B

Förderbetrag: 202.848,00 EUR

Laufzeit: 01.09.2012–31.08.2015


Aus kognitionspsychologischer Sicht besteht Lesekompetenz in der effizienten Bewältigung von Teilprozessen des Leseverstehens auf der Wort-, Satz- und Textebene. In der 1. Förderphase des Projekts wurden entsprechende computergestützte (reaktionszeitbasierte) Messinstrumente entwickelt und in empirischen Untersuchungen optimiert und validiert. Ziel der zweiten Förderphase ist die Untersuchung der Entwicklungsdynamik individueller Unterschiede in kognitiven Prozessen des Lese- und Hörverstehens im Rahmen einer bereits begonnenen Längsschnittuntersuchung mit Grundschulkindern, die vom Beginn der ersten bis zum Ende der vierten Klasse untersucht werden sollen. Neben theoretischen Beiträgen zur Lesekompetenzforschung verspricht die zweite Förderphase praktische Erträge für eine differenzierte Förderdiagnostik von Lesefähigkeiten bei schwachen und durchschnittlichen Schülern und Schülerinnen, für die Optimierung und adaptive Gestaltung des Leseunterrichts sowie für Präventions- und Fördermaßnahmen im Bereich des Lesenlernens. Im Mittelpunkt der zweiten Förderphase steht die Fortführung der Längsschnittuntersuchung (N = 1211) und die Auswertung und Publikation der erhobenen Daten. Schwerpunkte sind Analysen (a) der Entwicklung von Teilfähigkeiten des Leseverstehens auf Wort- und Satzebene, (b) der Determinanten der Entwicklung dieser Fähigkeiten, (c) ihrer Auswirkungen auf Textverstehen und schulische Leistungen und (d) ihrer Beziehungen zu korrespondierenden Teilfähigkeiten des Hörverstehens. In theoretischer Hinsicht verspricht das Projekt Beiträge zu einem Verständnis der Entwicklung und der Auswirkungen der Effizienz von Teilprozessen des Leseverstehens und ihrer Beziehungen zur Effizienz von Teilprozessen des Hörverstehens.

Die Ergebnisse sollen in internationalen und ggf. nationalen psychologischen Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren publiziert werden. In praktischer Hinsicht können die Ergebnisse des Projekts substanzielle Hinweise für eine Optimierung des Leseunterrichts in der Grundschule und zur Gestaltung von Präventions- und Fördermaßnahmen für Schüler und Schülerinnen mit schwachen und durchschnittlichen Leseleistungen geben. Die neuen Testverfahren sollen normiert und in einer Form publiziert werden, die Lehrkräften und anderen Mitgliedern von Bildungsinstitutionen eine einfache Anwendung ermöglicht. Damit liefert das Projekt ökonomisch anwendbare und kognitionspsychologisch fundierte Testverfahren für die Diagnostik von Teilfähigkeiten des Lese- und Hörverstehens.