Vertiefende Analysen zu Bedingungen der Wirksamkeit sprachsystematischer und fachbezogener Sprachförderung bei Grundschulkindern nicht-deutscher Herkunftssprache


Humboldt-Universität zu Berlin

Philosophische Fakultät IV

Institut für Erziehungswissenschaften

Unter den Linden 6

10099 Berlin

Projektleiterin: Prof. Dr. Petra Stanat

Förderkennzeichen: 01GJ1202

Förderbetrag: 586.024,80 EUR

Laufzeit: 01.06.2012–31.05.2015


Ziel des Projektes ist es, das Potenzial der BeFo-Studie für die Praxis der Sprachdiagnostik und Sprachförderung zu nutzen. Es werden drei Arbeitsschwerpunkte bearbeitet: Die Erkenntnisse der ersten Förderphase zur Wirksamkeit der beiden Förderansätze sollen durch die Auswertung mündlicher Sprachproben erweitert (A), die Wirkbedingungen der beiden Förderansätze anhand des vorliegenden Videomaterials sollen genauer bestimmt (B), und das in der 1. Projektphase entwickelte Testverfahren zur Erfassung grammatikalischer Basiskompetenzen für Kinder deutscher bzw. nicht-deutscher Herkunftssprache der 2./3. Jahrgangsstufe soll normiert werden.
Zur Auswertung der mündlichen Sprachproben werden Transkripte der Interviews angefertigt und die Äußerungen der Kinder anhand eines Kodierschemas hinsichtlich sprachlicher Richtigkeit kodiert. Zur Bestimmung der Wirkbedingungen der Förderansätze werden anhand von Unterrichtsvideos kontrastive qualitative Analysen durchgeführt, um Merkmale der Unterrichtsinteraktion zu identifizieren, die mit dem Lerngewinn der Kinder im Zusammenhang stehen. Es wird ein Kodierschema erarbeitet, mit dem lernrelevante Aspekte der sprachlichen Interaktion erfasst werden. Für Detailanalysen werden zudem Transkripte der Videos angefertigt. Zur Normierung des Testverfahrens wird im Schuljahr 2012/2013 eine überarbeitete und erweiterte Version des vorliegenden Instruments pilotiert. Die Normierungserhebung erfolgt im Schuljahr 2013/14.

Die Ergebnisse des Projekts werden dazu beitragen, die wirksamen Elemente der Förderansätze und Bedingungen ihrer Wirksamkeit zu identifizieren, um Hinweise für ihre Umsetzung in der Praxis zu erhalten. Die Normierung des Testverfahrens für die Anwendung in der Grundschule ist für die Praxis von erheblicher Relevanz, da derzeit kein leicht einsetz- und auswertbares Gruppentestverfahren zur Erfassung grammatikbezogener Kompetenzen verfügbar ist, das es erlaubt, diese mit Bezug zur Referenzpopulation zu beurteilen. Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Publikationen sind Veröffentlichungen geplant, die sich an die Praxis richten. Die Beschreibung der Förderkonzepte und deren Wirkbedingungen können als Grundlage für die weitere Curriculumsentwicklung und die Erstellung von Unterrichtsmaterial verwendet werden.