Sprachliche Entwicklung bilingualer Jugendlicher in longitudinaler Perspektive (SPRABILON-R)


Rekonstruktion individueller Entwicklungsverläufe über die Bildungsbiographie in der Sekundarstufe I

Universität Hamburg

Fakultät EPB

Fachbereich Erziehungswissenschaft 1

Alsterstrasse 1

20354 Hamburg

Projektleiterin: Prof. Dr. Ingrid Gogolin

Förderkennzeichen: 01GJ1203

Förderbetrag: 227.700,00 EUR

Laufzeit: 01.07.2012–30.09.2014


Sprabilon-R verfolgt folgende Ziele:
(1) Untersuchung der Entwicklung der sprachlichen Performanz von Schülerinnen und Schülern (rezeptive und produktive bildungssprachliche Fähigkeiten) bis zur Schwelle der Bildungsbiographie (Übergang Sek I\Sek II).
(2) Retrospektive Ermittlung von Merkmalen der Förderung, die die Schülerinnen und Schüler im Verlaufe ihrer Bildungskarriere erhalten haben, mit dem Fokus auf die Rekonstruktion und vergleichende Analyse von bedeutenden (förder-) unterrichtlichen Erfahrungen, welche den weiteren Bildungsverlauf maßgeblich beeinflusst haben, aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler selbst, ihrer Eltern und ihrer Lehrkräfte.
(3) Ermittlung von schulischen und familialen Faktoren, die die Bildungsentscheidung an der Schwelle zur Sekundarstufe II beeinflussen.
Für das Folgevorhaben ist ein Zeitraum von zwei Jahren vorgesehen; die aus der Stichprobe von SPRABILON II ausgewählten Schülerinnen und Schüler sollen im ersten Schulhalbjahr der 10. Klasse wieder befragt werden. Mittels Leitfadeninterviews soll initiiert werden, dass die Ereignisse und Maßnahmen von den Befragten rekonstruiert werden, die aus ihrer Sicht besonders sprachbildungsförderlich oder -hinderlich waren. Ferner soll ermittelt werden, ob und wie sich diese Erfahrungen in Strategien und Entscheidungen für den bisherigen und den weiteren Bildungsweg am Ende der 9. Klasse niederschlagen.

 

Im Rahmen des Projekts wird ein deutschsprachiges Instrument zur Analyse schulischer und unterrichtlicher Ereignisse, die Bildungsentscheidungen beeinflussen, aus der Sicht der Eltern sowie von Schülerinnen und Schülern entwickelt und validiert. Das Instrument beruht auf der Rekonstruktion im Rahmen der Befragung, wird national anschlussfähig sein und im Rahmen der Forschungsdokumentation der Wissenschaft frei zugänglich gemacht werden. Die Fokussierung auf Aspekte der sprachlichen Bildung und Förderung legt die Übertragung auf andere Unterrichtsbereiche nahe, da ein Einfluss des Unterrichts fachübergreifend erwartet werden kann. In dem Projekt werden mögliche Bruchstellen bzw. wichtige Weichenstellungen für die Sprachbildung und -förderung identifiziert werden können, die bisher insbesondere in fragebogenbasierten Untersuchungen nicht in den Blick genommen werden konnten.