Sicherung der Durchführungsqualität zur Optimierung der Förderpotenziale des Dialogischen Lesens


Justus-Liebig-Universität Gießen

FB 06, Psychologie und Sportwissenschaft

Otto-Behaghel-Straße 10, Haus F

35394 Gießen

Projektleiter: Prof. Dr. Marco Ennemoser

Förderkennzeichen: 01GJ1204

Förderbetrag: 528.854,40 EUR

Laufzeit: 01.09.2012–31.08.2015


Das Forschungsvorhaben befasst sich mit den Potenzialen des Dialogischen Lesens zur Sprachförderung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Nachdem in einer vorangegangenen Projektphase gezeigt werden konnte, dass die Wirksamkeit des Dialogischen Lesens substanziell von der Durchführungsqualität moderiert wird, soll nun untersucht werden, inwiefern ein intensives Coaching der Förderkräfte dazu beitragen kann, die hier vorhandenen Förderpotenziale besser auszuschöpfen. Ferner soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Wirksamkeit des Dialogischen Lesens systematisch in Abhängigkeit von weiteren Drittvariablen (Alter, Migrationshintergrund, Ausgangsniveau in Erst- und Zweitsprache, Intelligenz, Merkmale des familiären Hintergrundes) variiert. Aus einer Gesamtstichprobe von 1600 Kindern werden mithilfe eines Screeningverfahrens 480 Risikokinder in den letzten beiden Kindergartenjahren ausgelesen. Die Risikokinder werden auf drei Gruppen verteilt (Dialogisches Lesen, Dialogisches Lesen mit Coaching der Förderkräfte, unspezifische Förderung). Zur Erfassung der sprachlichen und später auch schriftsprachlichen Kompetenzen sowie der einbezogenen Kontrollvariablen sind insgesamt fünf Testzeitpunkte vorgesehen. Darüber hinaus wird innerhalb des Förderzeitraums zu zwei Testzeitpunkten die Durchführungsqualität im Sinne der Prinzipien des Dialogischen Lesens erfasst.

Die Studie soll differenzierte Erkenntnisse darüber liefern, auf welche Weise sich der Ansatz des Dialogischen Lesens so in die Praxis der Sprachförderung implementieren lässt, dass er seine Wirksamkeit auch unter alltagspraktischen Bedingungen entfalten kann. Aus dem Projekt sollten neben Publikationen in hochrangigen Fachzeitschriften auch praxistaugliche Aus- und Fortbildungskonzepte hervorgehen, die idealerweise dazu geeignet sind pädagogische Fachkräfte so zu qualifizieren, dass sich ihre Förderbemühungen auch tatsächlich in (nachhaltig) verbesserten sprachlichen Kompetenzentwicklungen niederschlagen. Damit birgt das Vorhaben im Idealfall auch enorme volkswirtschaftliche Potenziale. Für den weiteren Forschungsverlauf ist vorgesehen, die Prinzipien des Dialogischen Lesens systematisch in Kombination mit inhaltsspezifischen Fördermaßnahmen zu evaluieren, wie dies bereits für die zweite Förderphase geplant war und aufgrund der Befunde zur Durchführungsqualität zurückgestellt werden musste.