Wer wird Lehrer - und warum? Ursachen der Studienwahl, Eingangsvoraussetzungen von Studierenden und die Beurteilung des Lehramtsstudiums


Universität Mannheim

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)

A5,6

68159 Mannheim

Projektleiter: Prof. Dr. Walter Müller

Promovierender: Martin Neugebauer

Förderkennzeichen: 01JG1058

Förderbetrag: 114.305 EUR

Laufzeit: 01.10.2010 - 30.09.2013


In öffentlichen Diskussionen über Lehrkräfte wird häufig die Annahme formuliert, dass sich Personen mit ungünstigen kognitiven und motivationalen Merkmalen für den Lehrerberuf entscheiden. Allerdings gibt es bislang kaum Studien, die diese These empirisch geprüft haben. Vor diesem Hintergrund untersucht das Promotionsprojekt die Selbstselektion von Abiturienten in das Lehramtsstudium. Ziel des Projektes ist es, auf Basis möglichst repräsentativer Datensätze die leistungsbezogenen, soziodemographischen und motivationalen Eingangsmerkmale von Lehramtsstudierenden im Vergleich mit anderen Studierenden zu untersuchen. Neben Momentaufnahmen will das Projekt auch untersuchen, ob sich die oben genannten Aspekte im Zuge der Bildungsexpansion und der sich ändernden Arbeitsmarktoptionen für Hochschulabsolventen über die letzten 20-30 Jahre gewandelt haben. Dazu soll das noch weitgehend ungenutzte Potenzial des Studienberechtigtenpanels der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) ausgeschöpft werden, dessen Panel-Kohorten-Design mit großen Fallzahlen sehr differenzierte Analysen ermöglicht. Weitere Datensätze, wie etwa der Konstanzer Studierendensurvey, sollen ergänzend analysiert werden. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf Untersuchungen für Deutschland. Durch einen Vergleich mit strategisch ausgewählten Ländern soll zudem herausgearbeitet werden, welche besonderen (institutionellen) Bedingungen in Deutschland zu einer möglicherweise anderen Rekrutierung von Lehrkräften führ(t)en. Bisherige Ergebnisse zeigen unter anderem, dass sich Gymnasiallehramtsstudierende im Hinblick auf Abiturleistungen und fachliche Studienwahlmotivation nicht von anderen Universitätsstudierenden unterscheiden. Allerdings sind den Gymnasiallehramtsstudierenden wissenschaftliche Interessen, Karrieremotive und das Ziel, überdurchschnittliche Kompetenzen erwerben zu wollen, weniger wichtig als anderen Universitätsstudierenden. Die genannten Unterschiede gelten ebenfalls für Studienanfänger des Real-, Grund/Haupt-, sowie Sonderschullehramtes. Darüber hinaus haben die nicht-gymnasialen Lehramtsstudienanfänger schlechtere Abiturleistungen und geringere fachliche sowie wissenschaftliche Studienwahlmotivationen als ihre Kommilitonen im Gymnasiallehramt.

Weitere Informationen unter:
http://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/en