Die Rolle sozialer Ressourcen bei der Erklärung von ethnischen Bildungsungleichheiten im deutschen Schulsystem


Universität Mannheim

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)

A5,6

68159 Mannheim

Projektleiterin: Prof. Dr. Irena Kogan

Promovierender: Tobias Roth

Förderkennzeichen: 01JG1053

Förderbetrag: 111.689 EUR

Laufzeit: 01.11.2010 - 31.10.2013


Das Promotionsprojekt befasst sich mit der Frage, inwieweit der Bildungserfolg von Schülern und die Bildungsungleichheiten zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen auf die jeweilige Zusammensetzung der sozialen Netzwerke von Schülern und deren Eltern zurückgeführt werden können. Neben der sozialen wird insbesondere auch die ethnische Netzwerkzusammensetzung berücksichtigt. Es wird zwischen Auswirkungen auf die schulischen Leistungen, Bildungswünsche und Entscheidungen an wichtigen Übergängen im Bildungssystem unterschieden. Zusätzlich wird der Einfluss sozialer Netzwerke auf den Erfolg bei der Lehrstellensuche im deutschen Ausbildungssystem untersucht. In den Analysen werden Einheimische mit Schülern, die aus der Türkei stammen und mit (Spät-)Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion verglichen. Die beiden Migrantengruppen sind für die Analysen besonders geeignet, da sie die zahlenmäßig größten Zuwanderergruppen in Deutschland sind, sich hinsichtlich des Schulerfolgs und weiterer wichtiger Kriterien deutlich unterscheiden und es außerdem für die Gruppe der Spätaussiedler nur wenige empirische Untersuchungen gibt. Ausgehend von einer umfangreichen deskriptiven Darstellung werden multivariate Modelle berechnet, um so den Einfluss sozialer Netzwerke unter Kontrolle anderer wichtiger Einflussfaktoren analysieren zu können. Die bisherigen Analysen deuten darauf hin, dass die soziale Zusammensetzung der Netzwerke der Mütter und die Wertvorstellungen der Freundesgruppe der Schüler eine wichtige Rolle spielen. Dabei ist der Einfluss am stärksten auf die Bildungswünsche ausgeprägt, am schwächsten auf die schulischen Leistungen. Die ethnische Zusammensetzung wirkt sich auf die Deutschleistungen von Migranten aus. Hinsichtlich der Ausbildungssuche zeigt sich, dass die sozialen Netzwerke der Mütter bedeutsam für den Sucherfolg sind. Die Ethnie der Kontakte spielt dabei allerdings keine Rolle. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Netzwerke eine wichtige Rolle für die Bildungskarrieren von Schülern spielen, wobei die soziale Zusammensetzung deutlich wichtiger zu sein scheint als die ethnische. Der Effekt auf ethnische Bildungsungleichheiten ist begrenzt.

Weitere Informationen unter: 
http://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/en