Intergenerationelle Bildungsabstiege von Akademikerkindern


Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Juniorprofessur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildungsungleichheit im Lebenslauf

Wilhelmsplatz 3

96047 Bamberg

Projektleiter: Prof. Dr. Thorsten Schneider

Promovierende: Sophie Müller

Förderkennzeichen: 01JG1059

Förderbetrag: 107.712 EUR

Laufzeit: 01.02.2011 - 31.01.2014


Während in der soziologischen Bildungsforschung intergenerationelle Bildungsaufstiege im Vordergrund stehen, beschäftigt sich das Promotionsvorhaben mit Bildungskarrieren, bei denen (zunächst) das Bildungsniveau der Eltern nicht erreicht wird. Die Analyse von intergenerationalen Bildungsabstiegen bietet ein besonderes Erkenntnispotenzial zur Erforschung der Faktoren des Bildungserfolgs. So kann der Vergleich von Bildungsabsteigern und Personen, die das Bildungsniveau der Eltern erreichen oder übertreffen, einen differenzierteren Einblick in den Bildungserfolg innerhalb einer Bildungsschicht geben: Welche Faktoren entscheiden bei gleichen Startpositionen über den Statuserhalt? Weiterhin ist die Untersuchung von Bildungsabstiegen aufschlussreich in Bezug auf die Wirkung der sozialen Herkunft: Welche Chancenvorteile in Bezug auf die Bildungskarriere haben Akademikerkinder, selbst wenn sie das Bildungsniveau ihrer Eltern nicht erreichen, gegenüber Personen aus bildungsferneren Familien mit sonst gleichen Merkmalen? Zur Bearbeitung der Forschungsfrage werden Längsschnittdaten aus der Teilstudie des Nationalen Bildungspanels NEPS "Bildung im Erwachsenenalter und lebenslanges Lernen" und der Lebensverlaufstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung analysiert. Um dem Verlaufscharakter der Bildungswege Rechnung zu tragen, werden als statistische Verfahren die Ereignisanalyse und die Sequenzanalyse angewandt. Die bisherigen Ergebnisse des Projekts arbeiten die Rolle der sozialen Herkunft beim Studienabbruch heraus. Da die überwältigende Mehrheit von Akademikerkindern ein Studium beginnt, kommt dem Studienabbruch in Bezug auf den Bildungsabstieg von Akademikerkindern eine große Bedeutung zu. Die Befunde zeigen, dass die soziale Herkunft im Gegensatz zu früheren Phasen der Bildungskarriere beim Studienabbruch eine geringere Rolle einnehmen. Im Hochschulstudium angelangt, haben Akademikerkinder kaum geringere Abbruchrisiken als Studierende aus bildungsferneren Elternhäusern. Im einem nächsten Schritt widmet sich das Projekt der Frage, inwiefern Akademikerkinder, die zunächst nicht das Bildungsniveau der Eltern erreichen, vermehrt Bildungsabschlüsse nachholen.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-bamberg.de/sozbil/