Ändern Phänomene das Interesse? - Analyse der Konnotationen der Physik bei Schülerinnen und Schülern als Folge phänomenbasierten Unterrichts


Humboldt-Universität zu Berlin

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I

Institut für Physik

Newtonstr. 15

12489 Berlin

Projektleiter: Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön

Promovierender: Nico Westphal

Förderkennzeichen: 01JG1076

Förderbetrag: 101.513 EUR

Laufzeit: 01.12.2010 - 30.11.2013


Von einem phänomenbasierten Physikunterricht, der von den Wahrnehmungen und alltäglichen Erfahrungen ausgeht und daraus schrittweise die physikalische Begrifflichkeit entwickelt, wird ein positiver Einfluss auf das Interesse von Schülerinnen und Schülern unterstellt. Für diese normativ begründete und durch zahlreiche episodische Befunde gestützte Vermutung fehlt jedoch bisher die empirische Fundierung. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wird eine phänomenbasierte Unterrichtseinheit zur Optik entwickelt und von Lehrkräften in einer kontrollierten Intervention unterrichtet. Dabei wird in einer quasiexperimentellen Feldstudie an Berliner Schulen der Einfluss der phänomenbasierten Anfangsoptik auf das Image des Faches Physik, auf das Interesse und auf das Fachwissen der Schülerinnen und Schüler untersucht. Während das Interesse und das Fachwissen mit Aufgaben und Fragebögen erhoben werden können, ist es für die Erfassung des Images notwendig, die Assoziationen zur Physik bzgl. bestimmter Kategorien wie z. B. „Schwierigkeit“ oder „Geschlecht“ zu messen. Ein geeignetes Instrument dafür ist der Implizite Assoziationen Test (IAT), welcher seinen Ursprung in der Stereotypenforschung hat. Eine Änderung des Interesses und des Images sowie die Zunahme des Fachwissens sollen über Unterschiede zwischen Tests vor und nach der phänomenbasierten Unterrichtssequenz zur Anfangsoptik gemessen werden. Ein weiterer Test nach mehreren Wochen überprüft, inwieweit die möglichen Veränderungen stabil bleiben. Um sicherzustellen, dass die Veränderungen auf den phänomenbasierten Unterricht zurückzuführen sind, werden die Tests auch in einer Kontrollgruppe durchgeführt, die herkömmlich unterrichtet wird. In beiden Gruppen, Versuchs- und Kontrollgruppe, ist eine Stichprobe von je ca. 150 Schülerinnen und Schüler geplant.

Weitere Informationen unter:
http://www.physik.hu-berlin.de/de/home/