Studienkosten und Studienförderung als Einflussfaktoren auf Hochschulzugang und Studienabschluss


Unter besonderer Berücksichtigung der Wirkung auf soziale Disparitäten im Hochschulzugang

Universität Potsdam

Humanwissenschaftliche Fakultät - Bildungswissenschaften

Professur für Quantitative Methoden

Karl-Liebknecht-Str. 24-25

14476 Potsdam

Projektleiter: Prof. Dr. Kai Maaz

Promovierende: Anna Kroth

Förderkennzeichen: 01JG1077

Förderbetrag: 103.843 EUR

Laufzeit: 01.12.2010 - 30.11.2013


Spätestens seit der Einführung von Studiengebühren wird kontrovers diskutiert, welche Rolle Studienkosten und finanzielle Studienförderung für den Erwerb von Hochschulbildung spielen. Eine zentrale Frage ist, welchen Einfluss Studiengebühren auf den Hochschulzugang haben und ob sie insbesondere Studienberechtigte aus niedriger sozialer Herkunft von der Studienaufnahme abhalten. Daneben stellt sich die Frage, welche Förderung, wie Stipendien oder Kredite, geeignet sind, um einen möglichen negativen Einfluss von Studiengebühren abzumildern. Dieses Promotionsvorhaben geht der Frage nach, wie Studiengebühren die Entscheidung zur Aufnahme eines Studiums beeinflussen. Insbesondere wird untersucht, wie Studiengebühren auf Studienberechtigte aus niedriger sozialer Herkunft wirken und ob sie zu einer Vertiefung sozialer Disparitäten im Hochschulzugang beitragen. Daten aus den HIS-Studienberechtigtenpanels werden verwendet, um diesen Fragen nachzugehen. Diese Arbeit basiert auf einem quasi experimentelles Forschungsdesign. Es wird vergleichen, ob sich die Hochschulzugangsraten in Bundesländern mit und ohne Studiengebühren unterschiedlich entwickelt haben. Dieses Verfahren ist besonders gut geeignet, um kausale Zusammenhänge zu untersuchen. Die bislang vorliegenden Ergebnisse legen nahe, dass Studiengebühren die Studierwahrscheinlichkeit bei Studienberechtigten aus bildungsferner Herkunft gesenkt haben, während das Interesse an einem Studium stabil geblieben ist. Nach der Einführung von Studiengebühren ist die Studierwahrscheinlichkeit für diese Gruppe in Bundesländern, die Studiengebühren erheben, um 7 Prozentpunkte gesunken relativ zu den Bundesländern, die keine Studiengebühren erheben. Ein kausaler Zusammenhang liegt nahe, da das Jahr 2005 das einzige Jahr zwischen 1996 und 2008 ist, in dem sich die Studierwahrscheinlichkeiten in den Ländergruppen unterschiedlich entwickelt haben und sich keine anderen Erklärungen für die disparate Entwicklung zeigten. Die Literaturstudie legt nahe, dass Bedenken über Kredite eine wichtige Ursache für die starken Effekte von Studiengebühren sind.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-potsdam.de/quantmethoden