Modellieren im Mathematikunterricht. Entwicklung von Interventionsformen und deren Vermittlung in der Lehrerbildung


Universität Hamburg

Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft

Fachbereich Erziehungswissenschaft

Von-Melle-Park 8

20146 Hamburg

Projektleiterin: Prof. Dr. Gabriele Kaiser

Promovierender: Peter Stender

Förderkennzeichen: 01JG1078

Förderbetrag: 229.307 EUR

Laufzeit: 01.02.2011 - 31.12.2014


Modellierung bzw. realitätsbezogene Beispiele gewinnen in der didaktischen Diskussion sowie in der unterrichtlichen Praxis zunehmend an Bedeutung, dabei ist innerhalb der einschlägigen didaktischen Diskussion weitgehend Konsens, dass solche Beispiele möglichst selbständig von den Lernenden behandelt werden sollen. Ungeklärt ist bisher, welche Rolle die Lehrperson in diesen Unterrichtsprozessen spielen soll, insbesondere wie die Lehrperson die Lernenden bei möglichen Problemen unterstützen kann. In diesem Promotionsvorhaben werden den selbständigen Modellierungsprozess unterstützende Interventionsformen für die Lehrperson auf der Basis bereits existierender Erkenntnisse entwickelt. Die entwickelten Interventionsformen werden in ein Lehrerbildungsprogramm umgesetzt, in dem zukünftige und praktizierende Lehrpersonen mit der Durchführung von Modellierungsprozessen im Mathematikunterricht vertraut gemacht werden. Das entwickelte Programm soll mit verschiedenen Gruppen von Lehrenden evaluiert werden, d.h. unterrichtliche Novizen und erfahrene Lehrpersonen sollen Modellierungsbeispiele verschiedener Komplexität mit Lernenden durchführen, wobei ausgewählte Gruppen von Lehrenden und Lernenden videographiert werden. Des Weiteren sollen die Wirkungen der Interventionsformen auf die Lernenden mittels der Methode des nachträglichen lauten Denkens erhoben werden. Die transkribierten Videoaufzeichnungen sollen anschließend anhand verschiedener Kriterien auf ihre Wirksamkeit analysiert werden. Bislang ergab die Auswertung der Videographien von studentischen Lehrenden bei der Betreuung von Modellierungsaktivitäten, dass die geschulten Studierenden wie intendiert deutlich mehr strategische (den Lösungsprozess betreffende) Interventionen verwendeten als dies in anderen Untersuchungen der Fall war. Als besonders förderliche Intervention konnte das "Vorstellen des Arbeitsstandes" identifiziert und in die Lehrerfort- und -ausbildung integriert werden. Dies ermöglicht den Lernenden die metakognitiv geleitete Strukturierung ihrer Arbeit bei gleichzeitiger Diagnostik durch die Lehrperson. Die Erkenntnisse werden aktuell in der Lehrerbildung eingesetzt und in projektartigen Modellierungsaktivitäten implementiert.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-hamburg.de/campuscenter/studienorganisation/ordnungen-satzungen/pruefungs-studienordnungen/erziehungswissenschaft-psychologie-und-bewegungswissenschaft.html