Zum Umgang mit und zur Konstruktion von Heterogenität im Gruppeninstrumentalunterricht in der Grundschule


Universität Bielefeld

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

Universitätsstr. 25

33615 Bielefeld

Projektleiterin: Prof. Dr. Ulrike Kranefeld

Promovierende: Kerstin Heberle

Förderkennzeichen: 01JG1073

Förderbetrag: 108.000 EUR

Laufzeit: 01.01.2011 - 31.12.2013


Die Studie widmet sich dem Thema „Heterogenität“ aus musikpädagogischer Sicht und nimmt den Instrumentalunterricht im Rahmen des Programms „Jedem Kind ein Instrument“ in den Blick. Durch sein zentrales Programmziel, jedem Kind das Instrumentalspiel zu ermöglichen, stellt das Programm die beteiligten Lehrkräfte vor die Herausforderung, angemessen auf die sehr unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen der Kinder zu reagieren. Ziel der Studie ist es, explizite und implizite Strategien und Muster im Umgang mit Leistungsdifferenz im Gruppeninstrumentalunterricht aufzudecken. Außerdem werden die darauf folgenden gruppendynamischen Prozesse rekonstruiert. Dabei wird nicht nur das Lehrendenhandeln etwa in Form von Feedbackformaten analysiert, sondern ebenso das Schülerhandeln in den Blick genommen. Als Grundlage für diese Untersuchung dienen Videoaufnahmen des JeKi-Unterrichts: Innerhalb einer Längsschnittstudie wurden fünf Instrumentalgruppen im Ruhrgebiet über drei Jahre hinweg einmal pro Jahr videographiert. Anschließend wurde das Material aufbereitet und mittels Methoden der qualitativen Sozialforschung (Grounded Theory Methodology) analysiert. Eine Analyse der Rückmeldungen der Lehrenden auf das Instrumentalspiel ihrer Schülerinnen und Schüler ermöglichte bisher die Identifikation gegenstandsbezogener Handlungsstrategien im Umgang mit Leistungsdifferenz, so z.B. Muster der Exposition von leistungsstarken bzw. leistungsschwachen Schülern. Diese Rekonstruktion expliziter und impliziter Lehrendenstrategien und der daran anschließenden Prozesse ermöglicht Instrumentallehrenden einen reflexiven Umgang mit Leistungsdifferenz. Die durch den methodischen Ansatz der Videographie gegebene Nähe zur Unterrichtspraxis bietet dabei gute Voraussetzungen zum Rückbezug der Ergebnisse in die Praxis, etwa in Form videobasierter Lehrerbildung.

Weitere Informationen unter: 
http://www.uni-bielefeld.de/lili/startseite/fakultaet.html