Qualität von Kommunikation im Unterrichtsgespräch als Kriterium der Unterrichtsqualität im Biologieunterricht (KomQual)


Ludwig-Maximilians-Universität München

Fakultät für Biologie

Department Biologie I - Institut für die Didaktik der Biologie

Winzererstr. 45/II

80797 München

Projektleiterin: Prof. Dr. Birgit Jana Neuhaus

Promovierende: Julia Rixius

Förderkennzeichen: 01JG1074

Förderbetrag: 145.720 EUR

Laufzeit: 01.01.2011 - 31.12.2013


Während in den vergangenen Jahrzehnten schwerpunktmäßig allgemeine Kriterien guten Unterrichts analysiert wurden, wird in den letzten Jahren der Ruf laut nach einer fachspezifischen Perspektive. Zeitgleich entwickelte sich die Methode der Videoanalyse rasant in Richtung einer Analyse von Tiefenstrukturen auf der Ebene von Transkripten. Die Qualität der Lehrer-Schüler-Interaktion wurde in dieser Forschungstradition bisher nur ansatzweise und wenig systematisch als Einflussfaktor guten Unterrichts analysiert. Im Rahmen des Projekts wird die allgemeine und fachspezifische Lehrer-Schüler-Kommunikation im Unterrichtsgespräch analysiert. Im Rahmen einer Reanalyse von Videodaten, die im Rahmen der ersten Phase der DFG-Forschergruppe ‚Naturwissenschaftlicher Unterricht‘ erhoben wurden, wird das Unterrichtsgespräch auf der Basis von 47 videographierten und transkribierten Biologiestunden deskriptiv beschrieben. Zudem werden mittels multipler Regressionen Zusammenhänge zwischen Merkmalen des Unterrichtsgesprächs und dem Strukturwissen der Lernenden analysiert. Diese Ergebnisse werden schließlich genutzt, um Gesprächsdiagramme zu entwickeln, die in Workshops genutzt werden können, um die Kommunikationskompetenz von Biologielehrkräften zu trainieren. Zusätzlich wird ein Workshop für (zukünftige) Lehrkräfte entwickelt und evaluiert. Bislang gibt ein Vergleich von Theorien gelungener Unterrichtskommunikation mit den deskriptiven Ergebnissen der Studie klare Ansatzpunkte für die Lehreraus- und -fortbildung. Bspw. reagieren Biologielehrkräfte auf Schülerantworten meist mit einfachem, statt mit elaborativem Feedback. Zugleich konnten auf Basis von Regressionsanalysen signifikante Zusammenhänge zwischen der Menge an elaborativem Feedback und dem Strukturwissen der Lernenden nachgewiesen werden (r = 0,35*, N = 47 Klassen). Basierend auf Ergebnissen der Studie wurde ein Computer-Tool entwickelt, das typische Abläufe der Kommunikation im Biologieunterricht grafisch veranschaulicht. Es kann eingesetzt werden, um Unterrichtsgespräche zu reflektieren.

Weitere Informationen unter:
http://www.zi.biologie.uni-muenchen.de/institute/idb/