Kindliches Erleben politischer Phänomene - Konsequenzen für das politische Lernen im Sachunterricht der Grundschule. Eine phänomenografische Untersuchung


Humboldt-Universität zu Berlin

Philosophische Fakultät IV

Institut für Erziehungswissenschaften - Grundschulpädagogik

Geschwister-Scholl-Str. 7

10117 Berlin

Projektleiterin: Prof. Dr. Detlef Pech

Promovierende: Nina Kiewitt

Förderkennzeichen: 01JG1052

Förderbetrag: 105.741 EUR

Laufzeit: 01.11.2010 - 31.10.2013


Zentrales Ziel des Forschungsvorhabens ist es, exemplarisch am Gegenstand "Krieg und Frieden" empirisch fundierte Lernumgebungen für das politische Lernen im Sachunterricht der Grundschule zu generieren. Zur Realisierung der Zielsetzung dient ein Vorgehen in drei Schritten: 1. Erfassung der SchülerInnenverständnisse von "Krieg" und "Frieden" (Erhebungsmethode: halbstrukturierte Interviews), 2. Konzeption von Lernsituationen, 3. Erprobung der Lernsituationen und gleichzeitige Erfassung der SchülerInnenverständnisse (Erhebungsmethode: Videographie). Die "Phänomenografie" bildet als Forschungsansatz die Grundlage des Vorhabens. Ihm liegt die Annahme zugrunde, dass ein Phänomen in verschiedenen Varianten erlebt werden kann. Die jeweils empirisch festgestellten Erlebensvarianten werden in Beschreibungskategorien abstrahiert. Als Satz von Kategorien stellen sie den Ergebnisraum dar. Sie werden vor einem normativen Hintergrund (hier: Anschlussfähigkeit an das politische Lernen, fachliche Klärung von "Krieg" und "Frieden") hierarchisiert und markieren damit lernrelevante Unterschiede. Unter Bezugnahme auf die fachliche Klärung begründen die Kategorien empirisch fundierte Impulse für die Konzeption von Lernsituationen. Als zentraler inhaltlicher Impuls für die Konzeption von Lernsituationen kann die Thematisierung der politischen Dimension von "Krieg" und "Frieden" im Sinne einer Thematisierung von Aspekten wie Konflikt, Aushandlungsprozessen und das Scheitern von Aushandlungsprozessen, empirisch begründet werden. Hinsichtlich methodischer Aspekte konnte die besondere Bedeutung sinnlicher (insb. visueller) Wahrnehmung als Ausgangspunkt für eine Thematisierung des "Politischen" herausgearbeitet werden. Die Arbeit mit Bildern kann an dieser Stelle als empirisch begründeter Impuls für einen Zugang zum "Politischen" formuliert werden.

Weitere Informationen unter:
http://www.erziehungswissenschaften.hu-berlin.de/de/institut/abteilungen/grundschulpaed