Verständiger Umgang mit Brüchen für mehrsprachige Lernende


Entwicklung und Evaluation eines fach- und sprachintegrierten Förderansatzes zu Darstellungsvernetzungen am Beispiel von Anteilen und Brüchen

Technische Universität Dortmund

Fakultät für Mathematik

Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts

Vogelpothsweg 87

44227 Dortmund

Projektleiterin: Prof. Dr. Susanne Prediger

Promovierende: Lena Wessel

Förderkennzeichen: 01JG1067

Förderbetrag: 118.165 EUR

Laufzeit: 01.02.2011 - 31.01.2014


Lernende mit Deutsch als Zweitsprache erreichen in Leistungsstudien geringere Mathematikleistungen als diejenigen mit Deutsch als Erstsprache, insbesondere im Hinblick auf das konzeptuelle Verständnis. Für eine sprachsensible Unterstützung mehrsprachiger Lernender im Mathematikunterricht gibt es bislang allerdings nur isolierte und selten empirisch erprobte Förderkonzepte aus der Sprach- und Mathematikdidaktik, die die jeweils andere Dimension nicht hinreichend einbeziehen. Im Projekt wird das Ziel verfolgt, ein fach- und sprachintegriertes Förderkonzept für sprachlich und mathematisch schwache, mehrsprachige Lernende auszuarbeiten, empirisch zu erproben und die Wirkungen der entwickelten Fördereinheit quantitativ und qualitativ zu beforschen. Die Förderung ist nach dem didaktischen Prinzip der Vernetzung von Darstellungen und Sprachregistern gestaltet, denn einerseits gilt der Darstellungswechsel in der Mathematikdidaktik als zentral für den Aufbau konzeptuellen Verständnisses, andererseits werden Darstellungsvernetzungen auch in der Didaktik eines sprachsensiblen Fachunterrichts wegen des Potentials zur Sprachförderung hervorgehoben. Die Forschungsarbeit wird im Paradigma der fachdidaktischen Entwicklungsforschung verortet, d.h. sie verfolgt einerseits die theoriegeleitet und empirisch gestützte Entwicklung von Materialien und Förderkonzepten, andererseits trägt die empirische Beforschung der initiierten Lehr-Lernprozesse zur empirisch begründeten Theoriebildung bei. Zusätzlich erfolgt die Absicherung des Entwicklungsprodukts in einem quantitativen, quasiexperimentellen Prä-Posttest-Kontrollgruppendesign zur Untersuchung der effektbezogenen Wirksamkeit der entwickelten Fördereinheit. Die bisherigen Auswertungen der quantitativen Daten zeigen signifikant höhere Lernzuwächse der Experimental- gegenüber der Kontrollgruppe mit großen Effekten. Mit einer relativ kurzen Förderung sind also deutliche Lernfortschritte erreichbar und die Wirksamkeit ist nachgewiesen. Die ersten qualitativen Analysen der Wirkungen im Detail zeigen komplexe und subtile Verknüpfungen sprachlicher und fachlicher Lernprozesse, sowie Hinweise auf das Zusammenspiel der verschiedenen als Grundlage bei der Entwicklung der Fördermaterialien herangezogenen Designprinzipien und Förderansätzen.

Weitere Informationen unter:
https://www.mathematik.tu-dortmund.de/ieem/cms/de/home.html