Interessenorientierte Unterrichtsgestaltung im Physikunterricht


Friedrich-Schiller-Universität Jena

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Institut für Erziehungswissenschaft - Lehrstuhl für Schulpädagogik und Didaktik

Am Planetarium 4

07743 Jena

Projektleiterin: Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda

Promovierende: Henriette Brakhage

Förderkennzeichen: 01JG1051

Förderbetrag: 108.553 EUR

Laufzeit: 01.12.2010-28.02.2014


Aufbauend auf Erkenntnissen zahlreicher Studien im Bereich des naturwissenschaftlichen Unterrichts (z.B. TIMSS, PISA, PIKO, CHIK) wird untersucht, welchen Einfluss die Integration individueller (fachfremder) Schülerinteressen im Physikunterricht auf motivationale, emotionale und kognitive Faktoren des Lernens hat. Im Mittelpunkt der Studie steht die Annahme, dass die Einbindung individueller, auch fachfremder Schülerinteressen im Physikunterricht im Vergleich zu herkömmlichem Physikunterricht positive Effekte auf den Erwerb und die Erweiterung von Fachkompetenzen im Physikunterricht hat, und zwar mit Blick auf Fachwissen, Erkenntnisgewinn, Kommunikation und Bewertung. Aber auch eine positive Wirkung auf Emotionen, die Einschätzung eigener Fähigkeiten und die Lernmotivation der Schüler wird angenommen. Die Studie besteht aus zwei Teilstudien: Zunächst werden die Interessen von Schülern mit einem Fragebogen erhoben. Darauf aufbauend wird orientiert an konstruktivistischen Lehr-Lerntheorien ein Unterrichtskonzept für insgesamt 14 Unterrichtsstunden entwickelt. Insgesamt 120 Schüler der 9. Klassenstufe an Thüringer Gymnasien nehmen teil und werden in Kontroll- und Interventionsgruppen im Physikunterricht unterrichtet. Die Lehrkräfte erhalten ein Training, bevor sie das Interventionskonzept umsetzen. In einer quasi-experimentellen Studie mit Vor-, Nach- und Folgeerhebungen wird das Unterrichtskonzept auf seine Wirksamkeit hin getestet. Im Sinne eines Mixed Method Designs finden Kompetenztests, Fragebögen, Interviews und Checklisten Anwendung. Die empirischen Daten werden mittels multifaktorieller Varianzanalysen sowie inhalts- und fallanalytisch ausgewertet. Die ersten Ergebnisse der Teilstudie zeigen, dass die Interessen von Schülern der 7. bis 10. Klassenstufe (Befragung von insgesamt 240 Schülern an Thüringer Gymnasien) sich insbesondere auf Sport, Musik und soziale Beziehungen zu Peers beziehen. Unter Einbeziehung dieser und weiterer Interessenfelder (aus IPN-Interessenstudie) wird ein Unterrichtskonzept im Bereich "Elektrische Leitungsprozesse" entwickelt, das verschiedene Elemente der Interessenanbindung, -weckung und -aufrechterhaltung auf Seiten der Schüler unterstützt. Zentrale Merkmale sind neben der Interessenorientierung selbstbestimmte Lernphasen, Problemorientierung, kooperative Lernformen, Reflexion, Trennung von Lern- und Leistungsphase und Lebensweltnähe.

Weitere Informationen unter:
 http://www.ted.uni-jena.de/