Gesundheitskompetenz im Kontext der modernen Informationsgesellschaft


Universität Hildesheim

Fachbereich I - Erziehungs- und Sozialwissenschaften

Institut für Psychologie

Marienburger Platz 22

31141 Hildesheim

Projektleiterin: Prof. Dr. Renate Soellner

Mitarbeiterin: Maren Reder

Förderkennzeichen: 01JG0925

Förderbetrag: 111.540 EUR

Laufzeit: 01.12.2009 - 30.09.2013


In der modernen Informationsgesellschaft werden Bürgerinnen und Bürger alltäglich mit einer Fülle an zum Teil widersprüchlichen Informationen zum Thema Gesundheit konfrontiert. Hierfür müssen sie hinsichtlich der Nutzung dieser Informationen über eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, die in der Literatur seit einigen Jahren unter dem Begriff der health literacy bzw. Gesundheitskompetenz subsumiert werden.
Das vorliegende Projekt soll zum einen das Konstrukt der Gesundheitskompetenz im Kontext der modernen Informationsgesellschaft theoretisch betrachten. Den Ausgangspunkt hierfür stellt das Kompetenzstrukturmodell der Gesundheitskompetenz von Soellner, Lenartz, Huber und Rudinger dar. Zum anderen soll ein Messinstrument entwickelt werden, das eine standardisierte Erfassung der informationsbezogenen Facetten des Modells, d.h. der Informationssuche und Informationsverarbeitung, ermöglicht. Das Forschungsvorhaben gliedert sich in zwei Phasen: (1.) die systematische theoretische Aufarbeitung derjenigen Strukturkomponenten des gen. Modells, die sich auf den Umgang mit Gesundheitsinformationen beziehen, und (2.) die Entwicklung eines Messinstruments, das es erlaubt, die informationsbezogenen Strukturkomponenten empirisch zu erfassen.
Die eHealth literacy scale (eHEALS von Norman und Skinner) wurde ins Deutsche übersetzt und psychometrisch evaluiert. Auf Grund des zugrunde gelegten Modells wurde angenommen, dass die eHEALS zwei verschiedene Konstrukte erfasst: Informationssuche und Informationsverarbeitung. Die Ergebnisse unterstützen diese Hypothese.
Ein Leistungstest zur Erfassung von Online-Informationssuche sowie -bewertung befindet sich in der Pilotphase. Ein auf der Basis eines theoretisch fundierten Strukturmodells der Gesundheitskompetenz entwickeltes Messinstrument zur standardisierten Erfassung des Konstrukts könnte sowohl zur Evaluation gesundheitsbezogener Interventionsmaßnahmen als auch zur Gestaltung von Gesundheitsbildung einen wichtigen Beitrag leisten.

Weitere Informationen unter:
https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/psychologie/