Einrichtungstypen bei Volkshochschulen - Der Weg zu einem Modell der Systematisierung und Strukturierung von Weiterbildungseinrichtungen


Deutsches Institut für Erwachsenenbildung e.V.

Heinemannstr. 12-14

53175 Bonn

Projektleiter: Prof. Dr. Ekkehard Nuissl von Rein

Promovierende: Meike Weiland

Förderkennzeichen: 01JG0929

Förderbetrag: 108.780 EUR

Laufzeit: 01.11.2009 - 31.12.2012


Die rund 1.000 Volkshochschulen (VHS) in Deutschland arbeiten als kommunale Weiterbildungsanbieter unter regional unterschiedlichen Bedingungen und – seit den 1980er Jahren verstärktem – marktwirtschaftlichen Druck. Folgen sind unterschiedliche Entwicklungen der Einrichtungen, die bisher nicht ausreichend erfasst wurden. VHS werden i. d. R. als ein Typ von Weiterbildungsanbietern wahrgenommen. Wissenschaft, Politik und Praxis können den sich aus der Pluralität und Differenzierung ergebenden Anforderungen nicht optimal gerecht werden. Das Promotionsprojekt dient der Identifikation von Einrichtungstypen bei VHS auf der Basis von Sekundäranalysen der VHS-Statistik, die seit 1962 vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) im Auftrag des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) geführt wird. Das Vorhaben soll eine seit langem beklagte Lücke im Bereich der Systematisierung und Strukturierung von Weiterbildungseinrichtungen schließen. Ausgerichtet auf die Forschungsfrage „Welche Einrichtungstypen lassen sich aus der Gruppierung der VHS auf der Basis von Gemeinsamkeiten bilden?“ wurde eine multivariate Sekundäranalyse (Clusteranalyse) der VHS-Statistik und weiterer Regionaldaten mit dem Ziel der Kategorienbildung durchgeführt und abgeschlossen. Dabei wurden neben regionalen und institutionellen Aspekten die Finanz- und Personalressourcen wie auch das Programmangebot und die Leistungen der VHS berücksichtigt. Die Sekundäranalyse führte zur Identifikation von 25 Einrichtungstypen von Volkshochschulen, die regional unterschiedlich verteilt sind und sich den folgenden heuristischen Gruppen zuordnen lassen: Großstädtische VHS, Flächen-VHS, drittmittelfinanzierte VHS, öffentlich finanzierte VHS mit überdurchschnittlicher Personalausstattung, teilnehmerfinanzierte VHS, VHS mit geringen Personalressourcen. Jede Gruppe umfasst vier bis sieben Typen, die sich untereinander deutlich unterscheiden, bspw. in Bezug auf das Programmangebot, die Leistung oder die finanziellen Ressourcen. Vier weitere Typen kommen hinzu, die außerhalb der Gruppen liegen. Die Typen beschreiben treffend die Einrichtungsvielfalt der VHS in Deutschland und sind Ausgangspunkt für weitere Forschungen für Wissenschaft und Politik sowie für Benchmarkingprojekte der Praxis.

Weitere Informationen unter:
http://www.die-bonn.de/