Förderung der Diagnosekompetenzen Lehramtsstudierender des Fachs Englisch durch ein Blended Learning Training


Fokus: Unterstützung des Lernstrategien-Einsatzes von Schülerinnen und Schülern beim Lesen englischer Texte

Universität Kassel

Fachbereich 02

Institut für Anglistik/Amerikanistik

Georg-Forster-Str. 3

34127 Kassel

Projektleiterin: Prof. Dr. Claudia Finkbeiner

Promovierende: Jennifer Friedrich

Förderkennzeichen: 01JG0902

Förderbetrag: 96.843 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 – 31.12.2012


Englischlehrkräfte müssen in der Lage sein, Lernprozesse und -probleme von Schüler/innen beim Lesen englischer Texte professionell zu diagnostizieren und reflektieren, um sie fachgerecht unterstützen und fördern zu können. Dazu benötigen Lehrende sowohl Wissen zu fachdidaktischen Themen, als auch geeignete Unterstützungsmethoden, um Lernende situations- und kontextspezifisch zu fördern. Trotz entsprechender Forderungen (Standards der Lehrerbildung) gibt es bislang nur unzureichende empirische Erkenntnisse zur Umsetzung derselben.
Das Projekt verfolgte das Ziel der Gewinnung von empirisch begründeten Erkenntnissen zur Förderung der Diagnosekompetenzen zukünftiger Englisch-Lehrender. Die Untersuchung gliederte sich in die Pilotierung, die der Entwicklung der Instrumente und des didaktischen Designs sowie der Erprobung des Prä-Post-Tests und einzelner Komponenten des Trainings diente. An der Hauptstudie nahmen N = 33 Lehramtsstudierende des Faches Englisch der Universität Kassel teil. Innerhalb eines Prä-Post-Designs wurden videobasierte Lernprozessanalysen der Probanden quantitativ mittels deskriptiver Statistik und qualitativ mittels diskursanalytischer Verfahren auf Grundlage von Einzelfallanalysen und anschließender Profilbildung ausgewertet. Zusätzlich wurden Daten der Videostudie (Unterrichtsvideografie der Probanden) sowie Interview-Daten in Anlehnung an die Methode des Stimulated Recalls mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse fokussieren die Umsetzung des deklarativen Wissens in die Praxis, d.h. den Transfer auf prozedural angewendete Handlungskompetenzen. Die weiteren Analysen setzten diese Ergebnisse in Verbindung zu den Daten des Prä-Post-Tests und sollten Aufschluss über die diagnostischen Kompetenzen der Probanden vor und nach der Untersuchung geben.
Die Stichprobe (N = 33; 22 weiblich, 11 männlich; durchschnittlich 23 Jahre) zeigt innerhalb des Prä-Post-Tests eine hohe Akzeptanz der Probanden gegenüber dem Einsatz der Lernplattform, der videobasierten Analyse von Lernprozessen sowie dem praktischen Unterrichtsversuch auf.
Die einzelfallgestützte, qualitative Auswertung der Lernprozessanalysen zeigt Veränderungen im Bereich der verwendeten Sprache, die auf eine Verbesserung der diagnostischen Kompetenzen schließen lässt. Eine Quantifizierung der Ergebnisse sowie die Auswertung der Videostudie unterstützen die These und rechtfertigen weitere Studien sowie die Implementierung des didaktischen Designs in weitere Anwendungsfelder, z.B. innerhalb von Lehrerfortbildungen.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-kassel.de/fb02/index.php?id=1229