Konstruktion eines Messinstruments zur Erfassung der fachdidaktischen Kompetenz in der Domäne Wirtschaftswissenschaften


Johannes Gutenberg-Universität Mainz

FB 03 Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik

Jakob-Welder-Weg 9

55128 Mainz

Projektleiterin: Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia

Promovierende: Christiane Kuhn

Förderkennzeichen: 01JG0928

Förderbetrag: 111.656 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012


Die aktuellen Reformen in der Lehrerbildung zielen auf eine Standardisierung dessen, was angehende Lehrkräfte am Ende ihrer Ausbildung wissen und können sollen. Zwar liegen zunehmend empirisch fundierte Aussagen zum Lehrerwissen vor, doch beschränken sich diese Ansätze größtenteils auf bestimmte (insb. mathematisch-naturwissenschaftliche) Fächer im allgemeinbildenden Bereich. Für den kaufmännisch-verwaltenden Bereich ist ein erheblicher Forschungsmangel zu verzeichnen. Die Ziele dieses Vorhabens richten sich darauf, speziell das fachdidaktische Wissen eines Lehrers im kaufmännisch-verwaltenden Bereich (Domäne Wirtschaft) theoretisch zu beschreiben, um auf dieser Basis ein geeignetes Verfahren zu seiner Messung entwickeln und prüfen zu können.
Unter Berücksichtigung der Besonderheiten im kaufmännisch-verwaltenden Unterricht (z.B. wirtschaftsdidaktische Prinzipien) wurde ein umfassendes theoretisches Modell entwickelt, welches das fachdidaktische Wissen in der Domäne Wirtschaft in seiner Struktur präzisiert. Auf dieser Grundlage wurde ein Test konstruiert, welcher die Bearbeitung realitätsnaher wirtschaftsdidaktischer Aufgaben erfordert (z.B. zur Unterrichtsplanung). Nach diversen Vorstudien wurde der Test in 2011 bei Studierenden der Wirtschaftspädagogik (N=176), bei Referendaren (N=109) sowie bei Lehrkräften (N=53) mit Fach Wirtschaft im berufsbildenden Bereich eingesetzt. Die Einbeziehung unterschiedlicher Gruppen ermöglicht erste Aussagen zur Entwicklung des fachdidaktischen Wissens. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass das fachdidaktische Wissen im Laufe der Lehrerausbildungsphasen steigt. Die durchgeführten Analysen bestätigen insgesamt die Güte des neu entwickelten Instruments zur Erfassung des wirtschaftsdidaktischen Wissens. So konnte u. a. gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Gruppen in ihrem wirtschaftsdidaktischen Wissen erwartungsgemäß variieren. Es kann damit ein Beitrag geleistet werden, die Qualitätsdiskussion im Bereich der Lehrerbildung um erste empirische Befunde aus dem kaufmännisch-verwaltenden Bereich anzureichern.

Weitere Informationen unter:
http://www.wipaed.uni-mainz.de/ls/