Chancen und Risiken von Zeitzeugenbefragungen: Eine randomisierte Interventionsstudie im Geschichtsunterricht


Eberhard Karls Universität Tübingen

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Institut für Erziehungswissenschaften

Europastr. 6

72072 Tübingen

Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Trautwein

Promovierende: Christiane Bertram

Förderkennzeichen: 01JG0913

Förderbetrag: 242.775 EUR

Laufzeit: 01.09.2010 - 31.08.2013


Zeitzeugenbefragungen gelten in der Geschichtsdidaktik als geeignet, um Schülerinnen und Schülern die Relevanz von Geschichte erleben zu lassen. Allerdings fehlen bislang kontrollierte Studien, die die Zeitzeugenbefragung als didaktisches Arrangement im Geschichtsunterricht systematisch untersuchen. Daher überprüft die vorliegende Arbeit die Effektivität von Zeitzeugenbefragungen anhand des Themas "Friedliche Revolution in der DDR" und geht dabei der Frage nach, welche Effekte die Befragung eines "lebendigen" Zeitzeugen auf das historische Interesse, die historischen Kompetenzen (= Re- und Dekonstruktionskompetenz) und das geschichtliche Fachwissen von Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse hat. Anhand eines Prä-Post-Follow-up-Vergleichgruppendesigns  werden folgende drei Versuchsbedingungen (je 10 Klassen) miteinander verglichen: anwesende Zeitzeugen berichten, Video einer Zeitzeugenbefragung und Transkription eines Zeitzeugeninterviews wird gezeigt. Zusätzlich werden in 8 Kontrollklassen lediglich die Testungen durchgeführt. Erste Ergebnisse einer vorgeschalteten Validierungsstudie zeigen, dass die theoretisch angenommene Trennung von Re- und De-Konstruktionskompetenzen von den empirischen Daten untermauert wird. In der Haupterhebung, die im Schuljahr 2011/12 durchgeführt wurde, konnte damit ein Messinstrument eingesetzt werden, das eine reliable, valide und ökonomische Messung der abhängigen Variablen ermöglicht.

Weitere Informationen unter:
http://www.erziehungswissenschaft.uni-tuebingen.de/