Effekte kompetenzieller Rückmeldung beim Experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht


Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Abt. Didaktik der Biologie

Olshausenstr. 62

24105 Kiel

Projektleiterin: Prof. Dr. Ute Harms

Promovierende: Mareike Wollenschläger

Förderkennzeichen: 01JG0901

Förderbetrag: 103.948 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 - 30.06.2012


Im Kontext der zunehmenden Fokussierung auf Bildungsziele und deren Konkretisierung in den Bildungsstandards hat die Entwicklung von Kompetenzmodellen in der pädagogisch-psychologischen und fachdidaktischen Forschung einen zentralen Platz eingenommen. Für die pädagogische Praxis stellt sich die Frage, inwiefern Kompetenzmodelle konkret im Unterricht genutzt werden können.
Ziel des Promotionsprojektes war es zu untersuchen, inwieweit ein Kompetenzmodell (zum wissenschaftlichen Denken; Teilkompetenz „Experimente planen“) als Basis für Leistungsrückmeldungen (Feedback) genutzt werden kann, um somit die bestehende Lücke zwischen wissenschaftlich fundierter Kompetenzmodellierung und deren praktischem Nutzen in Lehr-/Lernsettings zu schließen. Der theoretische Hintergrund dieses Promotionsprojektes verknüpft auf innovative Weise die Forschung zu Kompetenzmessung und -modellierung sowie die Forschung zu Feedbackeffekten im Lernprozess. Es wurden vier Teilstudien durchgeführt, die alle im Vortest-Nachtest-Design als Laborstudien umgesetzt und mit Lernenden der Sekundarstufe I (8. Klasse) durchgeführt wurden. Die Performanz der Lernenden bei der Planung von Experimenten wurde mithilfe von Papier-/Bleistift-Tests erhoben. Es wurde insbesondere untersucht, welche Effekte kompetenzielles Feedback im Vergleich zu keinem Feedback auf die Performanz und Motivation von Lernenden zeigen und welche Effekte des kompetenziellen Feedbacks auf Performanz, Motivation und Genauigkeit der Selbsteinschätzung sich im Vergleich zu einem sozialen Feedback und einer Kontrollgruppe ohne Feedbackinformation zeigen. Zudem wurden differenzielle Effekte kompetenziellen Fremd- und Selbstfeedbacks identifiziert und auf Performanz untersucht.
Es zeigte sich, dass Feedback in Relation zu den Stufen eines domänenspezifischen Kompetenzmodells positive Effekte auf den Lernprozess hat und dass kompetenzielles Feedback sozialem Feedback überlegen ist. Auch konnte ein Mediatoreffekt der Genauigkeit der Schülerselbsteinschätzung im Hinblick auf die Effektivität von Feedback nachgewiesen werden. Als weiteres Ergebnis zeigt sich, dass Lernende mit kompetenziellem Fremdfeedback signifikant besser abschnitten und das Feedback signifikant effektiver wahrnahmen als Lernende in der internen kompetenziellen Feedbackbedingung. Die wahrgenommene Feedbackeffektivität mediierte die Feedbackeffekte auf Performanz vollständig. Das potentiell effektiv gestaltete Feedback kann nur dann wirken, wenn es auch als effektiv wahrgenommen wird.

Weitere Informationen unter:
Abt. Didaktik der Biologie