Bildungsexpansion, berufsstruktureller Wandel und Arbeitsmarkterträge tertiärer Bildung. Eine empirische Analyse der Berufschancen von Hochschulabsolventen im Zeitverlauf


Universität Mannheim

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)

A5,6

68159 Mannheim

Projektleiter: Prof. Dr. Walter Müller

Promovierender: Markus Klein

Förderkennzeichen: 01JG0926

Förderbetrag: 104.089 EUR

Laufzeit: 01.01.2010 - 31.12.2012


Mit der Bildungsexpansion wurde u. a. das Ziel verbunden, den gestiegenen Bedarf an höherqualifizierten Arbeitskräften zu befriedigen. Vor dem Hintergrund zunehmender Arbeitslosigkeit auch unter Hochschulabsolventen wurde die Bildungsexpansion jedoch zunehmend kritisch betrachtet und als Bildungsinflation wahrgenommen. Das Überangebot an Hochschulabsolventen münde schließlich in einer Entwertung höherer Bildungsabschlüsse. Mit der Bildungsinflation wurde zudem die Vorstellung einer stetigen Entkopplung von Bildungs- und Beschäftigungssystem verbunden. Zentrales Ziel des Projektes war es, die zeitliche Entwicklung der Berufschancen von Absolventen verschiedener Ausbildungsgänge, insbesondere von Absolventen einer Tertiärbildung, zu untersuchen. Dabei verfolgt das Projekt ein multidimensionales Ertragskonzept, d.h. es werden verschiedene berufliche Aspekte wie Arbeitslosigkeitsrisiko, Klassenposition oder berufliches Prestige umfassend berücksichtigt. Die Berufschancen wurden sowohl in ihren absoluten Erträgen als auch relativ durch den Vergleich der verschiedenen Ausbildungsgruppen analysiert. Weiterhin wurden die Analysen differenziert nach unterschiedlichen Fachrichtungen und unterschiedlichen Hochschultypen (Universität vs. Fachhochschule) betrachtet. Für die empirischen Analysen wurde erstmals eine lange Reihe der Mikrozensus-Daten von 1976 bis 2008 verwendet. Die Ergebnisse des Projekts zu den absoluten Erträgen zeigen, dass es zu keiner kontinuierlichen Entwertung höherer Bildungsabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt gekommen ist. Zudem zeigt sich hinsichtlich der relativen Erträge keine Entkopplung zwischen erreichtem Bildungsabschluss und Klassenposition oder beruflichem Prestige. Für Universitätsabsolventen blieb der Vorsprung in den beruflichen Erträgen gegenüber Fachhochschulabsolventen ebenfalls bestehen. Auch hinsichtlich der Berufschancen von Absolventen unterschiedlicher Studienfächer ließ sich kein konsistenter Trend erkennen. Eine wesentliche Entwicklung betrifft dagegen die Geringstqualifizierten: das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist im Vergleich zu Höherqualifizierten im Zeitverlauf dramatisch angestiegen.

Weitere Informationen unter: 
http://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/en