Konstruktion von Belastungsindizes für Schulen auf Grundlage amtlicher Daten


Bergische Universität Wuppertal

Fachbereich B - Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Gaußstr. 20

42119 Wuppertal

Projektleiter: Prof. Dr. Gerhard Arminger

Promovierende: Anna Makles

Förderkennzeichen: 01JG0927

Förderbetrag: 117.126 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 - 30.11.2012


In zwei Regionen NRWs wurden im Rahmen einer Studie schulbezogene Indizes für Grund- und weiterführende Schulen entwickelt, die aufzeigen sollen, welche Schulen, bspw. durch eine ungünstige soziale Zusammensetzung der Schülerschaft, „belastet“ sind und demnach (zusätzlicher) Unterstützung bedürfen. Diese Sozialindizes wurden ausschließlich auf Grundlage der amtlichen Schulstatistik und (amtlicher) Sekundärdaten konstruiert, welche das schulnahe Umfeld abbilden. Diese Pilotstudie weckte die Idee, solche Indizes für ein gesamtes Bundesland zu konstruieren. Ziel des Vorhabens war es, nur mit Hilfe amtlicher Schulstatistiken, amtlichen soziodemografischen Informationen sowie externen Sekundärdaten ein Instrument zu entwickeln, welches es erlaubt, die soziale Belastung an allen Schulen eines Bundeslandes zu diagnostizieren und abzubilden. Für das beispielhaft gewählte Bundesland Hessen wurden zunächst unterschiedliche Datenquellen herangezogen, aufbereitet und auf Ebene der jeweiligen Schule miteinander verknüpft. Entsprechend ihrer Bedeutung als Indikator für eine über- oder unterdurchschnittliche soziale Belastung wurden aus diesen Informationen zentrale Merkmale ausgewählt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Definition des schulnahen Umfeldes, welches die soziodemografischen Informationen der Bevölkerung aggregiert und mit der jeweiligen Schule verknüpft. Insbesondere für weiterführende Schulen, vor dem Hintergrund der Datenverfügbarkeit und der demografischen Entwicklung ist eine von den bspw. vorhandenen Schulbezirken unabhängige Definition des schulnahen Umfeldes erforderlich. Mit Hilfe dimensionsreduzierender Verfahren wurde im Anschluss daran ein Instrument konstruiert, welches die gewünschte Information hinsichtlich der Belastung auf Basis einer Kennzahl abbildet und die Schulen diesbezüglich vergleichbar macht. Auf Basis dieser Kennzahl können entsprechende Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Es zeigt sich, dass die Konstruktion von Belastungsindizes möglich und auch auf andere Bundesländer übertragbar ist. Es ist jedoch zu bedenken, dass deren Leistungsfähigkeit und Informationsgehalt von der Datenqualität und -verfügbarkeit abhängt.

Weitere Informationen unter:
http://www.wiwi.uni-wuppertal.de/