Entwicklung des mathematischen Kompetenzerwerbs und die Untersuchung von Einflussfaktoren


Universität Duisburg-Essen

Fachbereich Bildungswissenschaften - Institut für Psychologie

Abt. Pädagogische Psychologie

Berliner Platz 6-8

45127 Essen

Projektleiterin: Prof. Dr. Annemarie Fritz-Stratmann

Promovierende: Gertrud Maria Wißing

Förderkennzeichen: 01JG0921

Förderbetrag: 164.634 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 - 30.06.2013


Trotz wissenschaftlicher Belege für einen hohen Zusammenhang zwischen den vorschulischen und den Rechenleistungen im Grundschulalter finden aus Perspektive der Bildungspolitik die mathematischen Kompetenzen noch immer eine vergleichsweise geringe Beachtung. Weiter liegen keine Längsschnittstudien vor, die die Entwicklung von Kindern mit sehr guten, durchschnittlichen und schwachen Rechenleistungen abbilden und neben den Rechenleistungen auch die Einflussfaktoren erheben, die für das Zustandekommen der Leistungen in der Literatur diskutiert werden. Ziel der Studie ist es, die Stabilität der Leistungsfähigkeit im Rechnen bei Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlicher Leistungsgüte über einen Zeitraum von 2 Jahren zu analysieren. Es wird untersucht, in welchen mathematischen Kompetenzbereichen sich diese Kinder zu 3 Messzeitpunkten unterscheiden und worin sich ihre gruppenspezifischen Entwicklungsverläufe voneinander abheben. Zusätzlich werden Einflussfaktoren erhoben, um zu prüfen, welche Leistungen, insbesondere im Bereich des Arbeitsgedächtnisses und der frühen mathematischen Konzeptbildung, die Differenzen zwischen den Kindern in Bezug auf ihre mathematische Kompetenz erklären und wie sich dieser Einfluss auf den mathematischen Kompetenzerwerb über eine Dauer von zwei Jahren verändert.
Um diese Fragen zu klären, wurde eine Längsschnittstudie durchgeführt. Hierfür wurden insgesamt 1203 Erstklässler/innen mit einem mathematischen Screening getestet, die die Grundlage der drei mathematischen Leistungsgruppen bildeten: extrem schwache (N=124), durchschnittliche (N=119), akzelerierte (N=129) Rechner/innen. Diese Kinder wurden nun Ende der 1., 2. und 3. Klasse in folgenden Bereichen getestet: mathematische Leistungen (konzeptbasiert, curricularbasiert, problemlöseorientiert), Arbeitsgedächtnisleistungen (phonologisch, visuell-räumlich, zentralexekutiv), Schriftsprachleistungen, Sprachleistungen sowie kognitive Leistungen.
Auf der Basis der Längsschnittdaten sind Aussagen zur Entwicklung der mathematischen Konzepte bis Ende der 3. Klasse bei extrem schwachen, durchschnittlichen und akzelerierten Rechner/innen möglich. Mit besonderem Blick auf die rechenschwachen Kinder kann geprüft werden, inwiefern ihre Entwicklung quantitativ oder qualitativ von der Entwicklung durchschnittlicher Rechner/innen abweicht. Neben der mathematischen Konzeptentwicklung wird ebenso das Wissen um die Einflussfaktoren auf die Konzeptentwicklung bedeutsam für die Entwicklung von mathematischen Förderprogrammen sein.

Weitere Informationen unter:
https://www.uni-due.de/udeedu/